Manchester – ein feiger Massenmörder

Zur Sache

Urs Bader
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Wieder ein Anschlag mit vielen Todesopfern, dieses Mal in Manchester. Unter den Opfern sind Jugendliche und Kinder. Das macht die Tat besonders abscheulich. Aber gerade darum dürfte es dem Täter auch gegangen sein: Möglichst grossen Schrecken, möglichst starkes Grauen zu verbreiten. Das Gefühl von Feigheit scheint der Täter nicht empfunden zu haben.

Und wieder die Erklärungen, dass wir uns in unserem Leben vom Terror nicht beeinflussen lassen, dass wir uns dem Terror nicht beugen. «Unsere Werte, unser Lebensstil werden immer gewinnen», sagte die britische Premierministerin Theresa May. Gleichwohl wirken derlei Erklärungen oft wie das Pfeifen im Wald. Wie lange halten wir dieser Herausforderung denn noch stand, ehe wir abstumpfen gegenüber solchen Horrormeldungen oder unsere offenen Gesellschaften in Polizeistaaten verwandeln? Oder ganzen Menschengruppen unter Generalverdacht stellen. Dies alles wäre wohl menschlich – das Leben muss irgendwie weitergehen –, würde sich aber am Ende auch nur wieder gegen uns selbst richten. Helfen kann vielleicht Solidarität mit den Opfern und Bürgersinn und Zivilcourage gegen jegliche Ideologie, die Terror verbreitet oder toleriert oder ihm auch nur das Wort redet.

Wie immer Terroranschläge auch zu begründen und zu rechtfertigen versucht werden – das darf uns alles nichts gelten. Das ist für Polizei, Geheimdienste und Politik von Belang, die Strategien gegen den Terror finden müssen. Terroristen können keine Helden oder Idole sein, was immer sie auch selbst sein wollen. Sie sind nichts anderes als Kriminelle. Im Falle Manchesters ist der Täter nichts anderes als ein Massenmörder. Seite 9

Urs Bader

urs.bader

@tagblatt.ch

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