Mahnung vor Prozessbeginn

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Türkei Nach den Worten des Exil-Journalisten Can Dündar dürfen die in der Türkei inhaftierten Reporter und Menschenrechtler nicht zum Spielball von Verhandlungen der EU mit Ankara werden. «Dass die Freiheit dieser Menschen nun zum Gegenstand von Verhandlungen wird, bei denen es auch um ganz andere Themen wie etwa Gülen-Anhänger in Deutschland geht, ist sehr gefährlich», sagte der türkische Regierungskritiker im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan macht die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch von Teilen des Militärs im vergangenen Jahr verantwortlich.

Die «Bild»-Zeitung hatte berichtet, Erdogan habe der Bundesrepublik angeboten, den in der Türkei inhaftierten deutsch-türkischen «Welt»-Korrespondenten Deniz Yücel gegen zwei nach Deutschland geflohene Ex-Generäle der türkischen Armee auszutauschen. Dündar, früher Chefredaktor der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet», lebt seit 2016 in Deutschland im Exil. Heute beginnt in der Türkei der Prozess gegen die Führungsriege der «Cumhuriyet» wegen Unterstützung von Terrororganisationen, auch Dündar ist dort in Abwesenheit angeklagt. Der Journalist forderte, alle Verhandlungen zwischen westlichen Staaten und der türkischen Regierung sollten «transparent» geführt werden. (sda)