Männerfreundschaft – der Traum des Cavaliere

Silvio und Wladimir – da sollen sich zwei Seelenverwandte gefunden haben. Eine echte Männerfreundschaft, zumindest wenn man dem Einen glaubt, was er über den Anderen so erzählt. Geplaudert hat der italienische Ex-Premier Berlusconi an einem Nachtessen mit Freunden.

Walter Brehm
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Silvio Berlusconi Italienischer Ex-Premier (Bild: ap)

Silvio Berlusconi Italienischer Ex-Premier (Bild: ap)

Silvio und Wladimir – da sollen sich zwei Seelenverwandte gefunden haben. Eine echte Männerfreundschaft, zumindest wenn man dem Einen glaubt, was er über den Anderen so erzählt. Geplaudert hat der italienische Ex-Premier Berlusconi an einem Nachtessen mit Freunden.

Frei von frechen Medien

Die Tafelrunde des früheren Senators auf Lebenszeit staunte nicht schlecht ob der Ankündigung Berlusconis: «In Italien werde ich an den Rand gedrängt. Wladimir aber hat mir die russische Staatsbürgerschaft und die Leitung des Wirtschaftsministeriums angeboten.» Die Zeitung «La Stampa», hatte dann aber nur Hohn und Spott für die Mär des 78jährigen Cavaliere übrig: «In Russland wird sich Berlusconi nach dem Scheitern seines ersten Fünf-Jahre-Plans nicht mit der Macht von Medien und Richtern herumschlagen müssen, davon hat Putin sein Land schon befreit. Und dem Bunga-Bunga-Politiker prophezeit «La Stampa» zudem: «Wichtige Treffen mit Putin werden nach Mitternacht in abhörsicheren Datschen mit einer Gruppe junger Ökonominnen stattfinden.»

Doch was sagt Freund Wladimir zu Silvios Erzählungen? Gar nichts. Das lässt der Kremlherr lieber einen seiner Sprecher erledigen.

Nur Sinnbild für Freundschaft

Dieser spricht zwar Klartext, scheint sich aber der Launen seines Chefs nicht so sicher zu sein. Da heisst es zuerst: «Ein formelles Angebot an Berlusconi, ein offizielles Amt zu übernehmen, gibt es nicht. Das ist unmöglich.» Dann aber waltet die Vorsicht, und der Sprecher fügt hinzu: «Eine entsprechende Äusserung Präsident Putins ist allenfalls als sinnbildliche Unterstützung für einen alten Freund gemeint gewesen.»

Immerhin waren Wladimir und Silvio im mittelasiatischen Altai-Gebirge schon einmal zusammen zur Erholung in einem verlängerten Wochenende. Worauf sich allerdings eine politische Verbindung nach Berlusconis Machtverlust in Italien stützen soll, lässt sich aus solcher Nähe noch nicht ableiten.

Eine Gemeinsamkeit allerdings gibt es sicher: Silvio und Wladimir scheren sich einen Deut darum, was die Welt über ihre politischen und privaten Eskapaden denkt. Zumindest Berlusconi hat dies mit seiner jüngsten Prahlerei einmal mehr bestätigt.

Wladimir Putin Russischer Präsident (Bild: epa)

Wladimir Putin Russischer Präsident (Bild: epa)