Maduro sieht Verschwörung

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Venezuela Präsident Nicolás Maduro hat ausländische Mächte für den bewaffneten Angriff auf einen Armeestützpunkt verantwortlich gemacht. Maduro bestritt am Sonntag, dass es sich bei den gewaltsamen Ereignissen in der Stadt Valencia um eine Rebellion der Streitkräfte gegen ihn gehandelt habe. «Das ist ein Terrorakt gegen die Streitkräfte», sagte er in einer TV-Sendung. Die Verhafteten seien Soldaten, die von «ultrarechten Gruppen» angeheuert worden seien. «Die Rechnung wurde aus Miami und Kolumbien bezahlt», sagte Maduro.

Für Maduros Machterhalt kommt der Armee eine Schlüsselstellung zu. Die Opposition hatte das Militär immer wieder aufgefordert, sich gegen Maduro zu erheben. Am Sonntag hatten laut Maduro rund 20 «Söldner» den Komplex angegriffen und seien zum Waffenlager vorgedrungen.

Übergangsregierung gefordert

Anführer soll der abtrünnige Militär Juan Caguaripano gewesen sein. Er werde von den USA protegiert, sagte Maduro. Caguaripano war 2014 untergetaucht, weil er damals schon seinen Widerstand gegen Maduro erklärt hatte und aus dem Militär ausgeschlossen worden war. In einem Internetvideo sagte er, umringt von uniformierten Männern, die Rebellion solle «die mörderische Tyrannei von Nicolás Maduro» beenden. Er forderte die «sofortige Bildung einer Übergangs­regierung und freie Wahlen» in Venezuela. Bei Protesten in Vene­zuela kamen seit April über 120 Menschen ums Leben, es gab Tausende Festnahmen.

Seit der Einsetzung einer verfassunggebenden Versammlung am Freitag hat sich die Lage verschärft. Die Generalstaatsanwältin Luisa Ortega wurde abgesetzt, sie darf das Land nicht verlassen. Das Parlament, in dem die Opposition eine klare Mehrheit hat, ist nun de facto machtlos, da ihm die neue Versammlung übergeordnet ist. Diese wird von vielen Staaten nicht anerkannt. (sda)