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Macron reist nach Saint-Martin

Stefan Brändle, Paris

Karibik Das Chaos ist total auf Saint-Martin, wo der Hurrikan Irma 95 Prozent der Behausungen beschädigt, wenn nicht verwüstet hat. Die Verwaltung des Inselgefängnisses Pointe-Blanche hatte zuerst gewarnt, 250 Häftlinge seien durch eine Mauerlücke entwichen. Später wurde die offizielle Mitteilung dementiert. Dennoch scheinen die Behörden völlig überfordert zu sein. Schätzungsweise 500 bis 600 Plünderer seien mit Macheten unterwegs, heisst es aus Polizeikreisen. Von 19 Uhr abends bis 7 Uhr morgens gilt darum eine Ausgangssperre.

Die Regierung in Paris ist daran, die Zahl der Sicherheitskräfte von 1100 auf 2000 aufzustocken. In Paris verlangen mehrere Parteien eine Untersuchungskommission über die späte Reaktion der Behörden. Staatspräsident Emmanuel Macron will morgen in die Karibik reisen. Die Präsidentenmaschine soll auch Hilfsgüter nach Saint-Martin transportieren.

Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze

Im fernen Mutterland hören die Franzosen erstmals von den sozialen Hintergründen. Saint-Martin ist viel weniger bekannt als die südlich gelegenen Reisedestinationen Guadeloupe und Martinique – oder auch als das nahe gelegene Saint-Barthélemy, das Luxusparadies des internationalen Jetsets. Auf Saint-Martin lebte schon vor dem Wirbelsturm über die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Immerhin ist der Lebensstandard der von Frankreich stark subventionierten «Konfettis» – wie die Relikte des französischen Kolonialreiches genannt werden – noch höher als auf den armen Nachbarinseln Haiti, Kuba oder in der Dominikanischen Republik. Die illegalen Zuwanderer sind zahlreich auf Saint-Martin, wo 30 Prozent der Bevölkerung ausländischer Herkunft sind.

Stefan Brändle, Paris

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