Lula legt Rechtsmittel ein

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São Paulo Der brasilianische Ex-Präsident Inácio Lula da Silva wehrt sich gegen den gegen ihn erlassenen Haftbefehl. In der Nacht von Donnerstag auf gestern legten seine Anwälte Rechtsmittel ein, um eine Inhaftierung des früheren Staatschefs zu verhindern. Kurz zuvor hatte Richter Sérgio Moro Haftbefehl gegen den wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilten Lula erlassen.

Er sollte sich gestern bis 17 Uhr der Polizei in der süd­brasilianischen Stadt Curitiba stellen. Der Ex-Präsident erklärte darauf in einem Telefongespräch mit der Zeitung «Folha de São Paulo», er bleibe vorerst in São Paulo und werde nicht nach Curitiba fliegen, um sich der Polizei zu stellen.

Skandal um Schmiergelder

Der Oberste Bundesgerichtshof Brasiliens (STF) hatte zuvor einen Antrag Lulas abgewiesen, bis zum Abschluss eines Berufungsverfahrens auf freiem Fuss zu bleiben. Der 72-Jährige soll in dem Skandal um Schmiergelder bei Auftragsvergaben an den staatlichen Ölkonzern Petrobras von dem Bauunternehmen OAS die Renovierung eines Luxusappartements angenommen haben.

Lula verbrachte die Nacht auf gestern im Sitz der Metallarbeitergewerkschaft von São Bernardo do Campo in der Umgebung von São Paulo, wo er Ende der 1970er-Jahre seine Laufbahn begonnen hatte. Vor dem Gewerkschaftsgebäude versammelten sich gestern zahlreiche Anhänger des ehemaligen Staatschefs. Dem Ex-Präsidenten stehen noch weitere Berufungsinstanzen gegen den Haftbefehl Moros vor dem Obersten Gerichtshof und dem für Verfassungsfragen zuständigen STF offen.

Lula war zwischen 2003 und 2011 brasilianischer Staatschef. Bei der anstehenden Präsidentschaftswahl im Oktober wollte er erneut für das höchste Staatsamt kandidieren. (sda)