London und Paris fordern mehr Angriffe

Luxemburg. Nicht nur die libysche Opposition, sondern auch Frankreich und Grossbritannien fordern nun von der Nato, entschlossener gegen die Truppen Muammar al-Gadhafis vorzugehen.

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Luxemburg. Nicht nur die libysche Opposition, sondern auch Frankreich und Grossbritannien fordern nun von der Nato, entschlossener gegen die Truppen Muammar al-Gadhafis vorzugehen.

«Nato tut nicht genug»

Frankreichs Aussenminister Alain Juppé sagte, die westliche Allianz tue «nicht genug», um die libysche Armee zu stoppen. «Die Nato muss ihre Rolle voll ausfüllen und Gadhafi daran hindern, mit schweren Waffen auf die Bevölkerung zu schiessen.» Der britische Aussenminister William Hague sagte: «Grossbritannien hat weitere Kampfflugzeuge bereitgestellt, mit denen Bodenziele angegriffen werden können, die Zivilisten bedrohen.» Es wäre sinnvoll, wenn andere Staaten der internationalen Koalition die Angriffskapazitäten ausbauen würden.

Grundlage für die Nato-Angriffe ist die UNO-Resolution 1973, die «alle notwendigen Massnahmen» zum Schutz der Bevölkerung erlaubt. Trotzdem konnten Gadhafis Angriffe auf die Stadt Misrata, 200 Kilometer westlich von Tripolis, bisher nicht gestoppt werden – auch weil Gadhafi Panzer und Geschütze in Wohngebieten stationiert.

Humanitäre Hilfe

Während die EU-Aussenminister in Luxemburg über die mögliche militärische Absicherung humanitärer Hilfe für die belagerte Stadt Misrata berieten, laufen die Hilfslieferungen für die Bewohner der 700 000-Einwohner-Stadt bereits auf Hochtouren. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schickte ein Schiff von Italien nach Misrata, um die Menschen mit Decken, Lebensmitteln, Trinkwasser und medizinischem Material zu versorgen. Auf dem Rückweg soll das IOM-Schiff, das Platz für 1000 Passagiere bietet, Flüchtlinge aus der Stadt evakuieren. Weitere Fahrten sollen folgen.

In den vergangenen Tagen hatten auch schon Schiffe der UNO, des IKRK und mehrerer privater Organisationen tonnenweise Hilfsgüter gebracht. (ze)

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