Leuthard will den «Schritt vorwärts»

Die Schweiz erhofft sich an den Klimaverhandlungen in Paris einen Durchbruch. Umweltministerin Doris Leuthard wird die Schweizer Delegation anführen und auf ein verbindliches Abkommen pochen, das alle Staaten einbindet.

Drucken
Teilen
Doris Leuthard Umweltministerin (Bild: ky/Dominic Steinmann)

Doris Leuthard Umweltministerin (Bild: ky/Dominic Steinmann)

Sie sei zuversichtlich, dass der Durchbruch gelinge, vielleicht in letzter Minute, sagte Bundesrätin Doris Leuthard gestern vor den Medien in Bern. Die Konferenzteilnehmer liessen sich nicht von der Terrorbedrohung beeindrucken. Es sei vielmehr ein Zusammenrücken in der Staatengemeinschaft feststellbar, sagte Leuthard, die schon kurz nach den Terroranschlägen vom 13. November an einer Konferenz in Paris teilgenommen hatte.

Im In- und Ausland reduzieren

Nun müsse es nach etlichen erfolglosen Konferenzen endlich «einen Schritt vorwärts» gehen. Ziel der zweiwöchigen Verhandlungen sei ein verbindliches Abkommen, das erstmals alle Staaten einbinden solle, einerseits bei der Senkung von Treibhausgasemissionen, anderseits bei der Hilfe von Anpassungen gegen den Klimawandel. Der Ausstoss von Treibhausgasen in der Schweiz mache etwa 0,1 Prozent der Weltemissionen aus, sagte Leuthard. Aber viele Güter würden aus dem Ausland eingeführt oder die Schweiz lasse sie dort produzieren. Deshalb wolle die Schweiz auch einen Teil ihres Reduktionsziels im Ausland erreichen.

Alle Länder verpflichten

In Paris müssten nun alle Länder eingebunden werden, betonte Leuthard. Auf das Konto der Entwicklungsländer gingen heute über 50 Prozent der Treibhausgasemissionen. Die Aufteilung in Industrie- und Entwicklungsländer müsse überwunden werden und das Abkommen die Realität abbilden. Dies gelte auch für die nötigen Anpassungen an den Klimawandel. Das neue Klimaabkommen solle alle Länder dazu verpflichten, nationale Anpassungspläne einzureichen. Wer Geld wolle, müsse aufzeigen, welche Arbeiten zum Schutz vor dem Klimawandel gemacht und welche emissionsarmen Techniken eingesetzt würden.

100 Milliarden Dollar ab 2020

Für die Finanzierung ist unter anderem der Grüne Klimafonds (GCF) vorgesehen, der ab 2020 mit jährlich 100 Milliarden Dollar dotiert sein soll. Die Schweiz sagte zu, von 2015 bis 2017 100 Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen. Jedes Land solle gemäss seinen Möglichkeiten daran teilnehmen, sagte Leuthard. Genaue Zahlen zur Schweizer Beteiligung ab 2020 nannte sie nicht und verwies auf die Budgethoheit des Parlaments. Eine wichtige, aber noch zu definierende Rolle komme auch der privaten Seite zu. (sda)