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Trump und Putin: Lächelnd in der Beziehungskrise

Bei ihrem gestrigen Treffen in Osaka gaben sich Putin und Trump betont locker. Aber konkrete Ergebnisse brachte der 80-Minuten-Plausch nicht.
Stefan Scholl, Moskau
Russlands Präsident Wladimir Puting und US-Präsident Donald Trump vor ihrem Treffen am G20 in Osaka. Bild: Michael Klimentyev/EPA (Osaka, 28. Juni 2019)

Russlands Präsident Wladimir Puting und US-Präsident Donald Trump vor ihrem Treffen am G20 in Osaka. Bild: Michael Klimentyev/EPA (Osaka, 28. Juni 2019)

Laut den russischen Medien war das Treffen grandios. «Der Andrang der Journalisten zeigt, dass sich das Zentrum des Gipfels in Richtung des Zimmers verschoben hat, wo das Gespräch zwischen Wladimir Putin und Donald Trump stattfindet», berichtete die Internetzeitung gazeta.ru am Freitag. Und das Portal utro.ru titelte: «Die Welt steht still. Putin und Trump treffen sich beim G20-Gipfel.»

Das gestrige Gespräch zwischen den Staatschefs Russlands und der USA in Osaka, ihre bisher dritte offizielle Zusammenkunft, dauerte 80 Minuten. Das Weisse Haus meldete hinterher, Trump und Putin hätten in dieser Zeit den US-iranischen Konflikt sowie die Krisen in Syrien, Venezuela und der Ukraine besprochen. Ausserdem hätten die Präsidenten vereinbart, die Diskussionen über die Rüstungskontrolle fortzusetzen, in die laut Trump auch China einbezogen werden muss. Und nach Angaben von Putins aussenpolitischem Berater Juri Uschakow reagierte Trump «sehr positiv» auf eine Einladung Putins, kommenden Mai an der 75. Parade zum Tag des Sieges in Moskau teilzunehmen.

Nach russischer Lesart ist allein das Treffen ein Erfolg Russlands. Vorher erinnerte Kremlsprecher Dmitri Peskow daran, Washington habe diesmal nicht auf der Freilassung der von Russland seit November 2018 festgehaltenen ukrainischen Seeleute als Vorbedingung bestanden. Wegen ihrer Gefangennahme hatte Trump noch im vergangenen Dezember ein geplantes Treffen mit Putin beim G20-Gipfel in Argentinien abgesagt. Aber konkrete Ergebnisse erwarteten auch russische Experten nicht. «Vielleicht hat Putin Trump im Gespräch zu verstehen gegeben, dass er im US-Handelskrieg mit China auf der Seite Pekings steht», vermutet Aschdar Kurtow, Chefredakteur der Zeitschrift «Problemy Nazianolnoi Strategii», gegenüber unserer Zeitung. Das könne ein Faktor für ein mögliches Einlenken Trumps werden, so wie die Unzufriedenheit Russlands und anderer Staaten angesichts seiner Vorliebe, Rüstungskontrollverträge zu kündigen.

Das persönliche Verhältnis Putins und Trumps ist laut Kurtow wohlwollend. Aber es bleibe offen, wann sich das auf die bilateralen Beziehungen auswirkt und die USA den Sanktionsdruck gegen Russland einstellen. Zurzeit fordern die Demokraten im Kongress von Trump, den Abgeordneten die Protokolle seiner Gespräche mit Putin offenzulegen.

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