Kurt Beck hat einer Frau Platz gemacht

BERLIN. Die 51jährige Malu Dreyer ist gestern als Nachfolgerin von Kurt Beck zur neuen Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz gewählt worden. Beck hatte das Amt 18 Jahre lang ausgeübt. Er war der dienstälteste deutsche Länderchef.

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Malu Dreyer (Bild: swr)

Malu Dreyer (Bild: swr)

BERLIN. Die 51jährige Malu Dreyer ist gestern als Nachfolgerin von Kurt Beck zur neuen Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz gewählt worden. Beck hatte das Amt 18 Jahre lang ausgeübt. Er war der dienstälteste deutsche Länderchef. Seinen Rückzug aus der Politik begründete er mit gesundheitlichen Problemen. Tatsächlich jedoch musste er gehen, weil er mitverantwortlich war für die Pleite der landeseigenen Nürburgring GmbH, die einen riesigen Freizeitpark an der Rennstrecke realisieren sollte.

Als SPD-Chef gescheitert

Mit Kurt Beck geht ein Politiker in den Ruhestand, der einmal stolzer SPD-Chef war, in Berlin aber gedemütigt und nach kurzer Zeit zum Rücktritt gezwungen wurde. Beck bezeichnet diese Zeit als grösste Verletzung in seiner politischen Karriere. Andererseits habe es ihn immer glücklich gemacht, wenn er «Menschen helfen konnte, die unverschuldet in Not geraten sind».

Bei der Bevölkerung beliebt

Daran wird Malu Dreyer anknüpfen, denn in den kommenden Jahren wird sich der demographische Wandel konkret auswirken. Da könnte die Gesundheits- und Sozialpolitikerin punkten. Sie selbst leidet an Multipler Sklerose und ist gelegentlich auf den Rollstuhl angewiesen. Dreyer ist die vierte Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes. Die ehemalige Staatsanwältin geniesst grosse Sympathien in der Bevölkerung und gilt als durchsetzungsfähig. Fritz Dinkelmann

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