Kontroverse um Schwedens «politische Kronprinzessin»

Schwedens Kronprinzessin Victoria und ihr Verlobter haben mit einem heimlichen Besuch schwedischer Truppen in Afghanistan eine Kontroverse ausgelöst.

André Anwar
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Stockholm. In aller Heimlichkeit haben Kronprinzessin Victoria und ihr Verlobter, Daniel Westling, am Wochenende die schwedischen Truppen in Afghanistan besucht. Der Hof genehmigte die Veröffentlichung einer Bilderserie, welche die sonst so sanfte Kronprinzessin beim Einstieg in Panzer und andere Kampffahrzeuge zeigt. «Wir sind viele, die an Euch denken und Eure Arbeit hier schätzen», sagte Victoria vor sichtlich gerührten schwedischen Soldaten.

Vom Besuch der Kronprinzessin soll sich die Armee, die im vergangenen Jahr scharfe Sparmassnahmen hinnehmen musste, auch neue Popularität erhoffen. In Schweden wird die Wehrpflicht in diesem Jahr durch einen freiwilligen Dienst ersetzt.

Doch die Reise der Prinzessin stört auch das Bild der politisch zurückhaltenden königlichen Familie, die ausschliesslich repräsentative Funktionen hat.

Gegner der Monarchie – nicht unbedingt Gegner des Afghanistan-Einsatzes – beklagen, dass die königliche Familie durch den Besuch eindeutig Stellung in einer politisch äusserst umstrittenen Frage genommen habe.

Auch pazifistische und linke Politiker sind verärgert. Sonst werde immer das unpolitische Profil des Hofs unterstrichen.

Victoria mache Propaganda für einen Krieg der USA und der Nato, der immer schlechter verlaufe und dessen Rückhalt in der Bevölkerung dramatisch abnehme.

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