Konkurrenz für Italiens linke Dinosaurier

ROM. Matteo Renzi hat eine Mission: Der 37jährige Bürgermeister von Florenz will Italiens alte Politikergeneration ausmustern.

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ROM. Matteo Renzi hat eine Mission: Der 37jährige Bürgermeister von Florenz will Italiens alte Politikergeneration ausmustern. Ausdrücklich mitgemeint sind die «Dinosaurier» der eigenen Partei, des linken Partito Democratico (PD): Die D'Alemas, Veltronis, Bersanis und all die anderen Parteibonzen, welche die Politik der italienischen Linken seit Jahrzehnten prägten, aber nicht verhindert haben, dass Silvio Berlusconi dreimal gewählt wurde.

«Sie sollen abtreten und einer neuen Generation Platz machen», fordert Renzi – vor allem ihm.

Montis Reformen fortsetzen

Matteo Renzi will in drei Monaten an den Vorwahlen des PD teilnehmen – gegen Parteichef Pier Luigi Bersani und den Links-Populisten Nichi Vendola aus Apulien. Der Sieger der Vorwahlen wird im kommenden Frühling in den Parlamentswahlen antreten, um sich für die Linke um das Amt des abtretenden Premiers Mario Monti zu bewerben.

Bereits wird spekuliert, «Super-Mario» könnte in einer künftigen Mitte-Links-Regierung unter Matteo Renzi als Finanz- und Wirtschaftsminister garantieren, dass seine Reformen weitergeführt werden. Für Europa und die Finanzmärkte tönt dies beruhigend. Auch andere Bekenntnisse Renzis dürften in der EU auf Wohlwollen stossen.

Er unterstützt Montis Erhöhung des Rentenalters, «auch wenn es mich Stimmen kosten wird», und er ist für eine Arbeitsmarktreform, weil der rigide Kündigungsschutz die Jungen vom Arbeitsmarkt ausschliesse. Weiter sagt Renzi, er unterstütze Fiat-Chef Sergio Marchionne, der in die Zukunft investiere, während andere ihre Fabriken schlössen.

Hoffnungsträger und rotes Tuch

Für die junge Generation Italiens ist Matteo Renzi einer der wenigen politischen Hoffnungsträger. Für den grössten Teil der alten Garde seiner Partei und für die mächtigen Gewerkschaften ist er dagegen ein rotes Tuch – fast mehr als Silvio Berlusconi.

Dominik Straub

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