Jordanien

Konflikt zwischen radikalen Moslems und Königstreuen in Jordanien

Bei Auseinandersetzungen zwischen radikalen Muslimen und Anhängern des jordanischen Königshauses sind am Freitag ausserhalb der Hauptstadt Amman Dutzende Menschen verletzt worden. Rund 350 Salafisten gerieten in der Stadt Sarka mit einer etwas kleineren Gruppe Königstreuer aneinander, nachdem Anhänger des Königs angegriffen worden waren.

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Proteste in der jordanischen Hauptstadt Amman

Proteste in der jordanischen Hauptstadt Amman

Keystone

Beide Seiten gingen mit Steinen und Knüppeln bewaffnet aufeinander los. Die Polizei griff ein und trennte die beiden Gruppen.

Die Salafisten hängen einer ultrakonservativen Strömung des Islam an, ähnlich der Ideologie der Al-Kaida. Sie fordern unter anderem die Einführung der Scharia in Jordanien. Die Bewegung ist in Jordanien verboten. Sarka ist der Geburtsort des getöteten Anführers der Al-Kaida im Irak, Abu Musab al Sarkawi.

Die Proteste der religiösen Hardliner stehen nicht mit den Massenprotesten der vergangenen Wochen in Verbindung. Die vor allem von Liberalen und moderaten Muslimen getragene Protestbewegung fordert demokratische Reformen.

Mehr als 2000 Demonstranten gingen am Freitag erneut auf die Strasse. Anders als in anderen arabischen Ländern fordern sie aber nicht den Sturz ihres Herrschers, sondern vor allem mehr Mitspracherechte.