Kommentar Landtagswahlen
Nach der Klatsche für Merkels Partei: Kommt jetzt ein grüner Kanzler?

Die CDU verliert bei den lokalen Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz deutlich. Merkels politisches Image ist stark beschädigt.

Christoph Reichmuth aus Berlin
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Die Landtagswahlen vom Sonntag werfen einen düsteren Schatten auf die Zukunft der Kanzlerinnen-Partei CDU.

Die Landtagswahlen vom Sonntag werfen einen düsteren Schatten auf die Zukunft der Kanzlerinnen-Partei CDU.

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CH-Media-Korrespondent Christoph Reichmuth.

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Die Regierungspartei von Kanzlerin Angela Merkel musste bei den gestrigen Landtagswahlen Federn lassen. Abgestraft wurde die CDU nicht zuletzt für ein Coronamanagement. Das schlechte Abschneiden vermiest der abtretenden Kanzlerin die Bilanz: Die Pandemie hat offenbart, dass das Land nach 16 Jahren Merkel etwa bei der Digitalisierung hinterherhinkt und die Bürokratie rasches Handeln verunmöglicht.

Der Sonntag war dafür ein Sieg für die Grünen. Die Öko-Partei ist drauf und dran, sich dauerhaft als neue starke Mitte-Links-Kraft neben der CDU zu etablieren. Auf Kosten der SPD.

Die Wahlen machen deutlich, dass Regierungen auch ohne die CDU gebildet werden können. Das dürfte die Merkel-Partei im Vorfeld der Bundestagswahlen im Herbst in Unruhe versetzen.

Zugleich wächst das Selbstbewusstsein der Grünen. Schneiden sie im Herbst gut ab, werden sie sich die Frage stellen: Warum als Juniorpartner mit der Union regieren, wenn man selbst den Kanzler stellen kann? Völlig abwegig ist das nicht. SPD und FDP könnten Hand zur ersten «Ampel»-Koalition im Bund bieten.

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