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KOMMENTAR: Terrorgefahr wurde verdrängt

Spanien ist hart vom Terror getroffen worden. Ralph Schulze, unser Korrespondent im Land, spricht in seinem Kommentar von einer zynischen Rechnung der Terroristen, die nicht aufgehen dürfe.
Trauer um die Opfer des Terrors in Spanien. (Bild: FELIPE TRUEBA (EPA))

Trauer um die Opfer des Terrors in Spanien. (Bild: FELIPE TRUEBA (EPA))

Das Ferienland Spanien erwachte nach der Terrorserie in der Tourismus-Hauptstadt Barcelona und im katalanischen Urlaubsort Cambrils im Schockzustand. Und mit der traurigen Gewissheit, dass eine ziemlich gut organisierte islamistische Terrorzelle in der Lage war, trotz grosser polizeilicher Sicherheitsmassnahmen im touristischen Herzen der Nation zuzuschlagen.

Die traurige Erkenntnis nach diesen Attentaten lautet: Es gibt keine totale Sicherheit. Auch nicht in Spanien, das seit Jahren bei den Reisenden als friedliche Urlaubsoase galt. Vor allem diesem Ruf, eine gut bewachte Ferienfestung zu sein, hatte es das südeuropäische Land zu verdanken, dass der Tourismus zuletzt wie noch nie boomte. Nicht wenige Urlauber, die früher in die Krisenländer Türkei, Ägypten oder Tunesien reisten, kamen nun nach Spanien, um ruhige Ferien zu verbringen.

Dass es auch in Spanien akute Terrorgefahr gab, war freilich bekannt, aber wurde gerne verdrängt. Millionen Touristen vertrauten darauf, dass die spanische Polizei durch ihre vielen vorbeugenden Schläge die Lage unter Kontrolle hatte.

In der Tat haben die spanischen Anti-Terror-Fahnder in Sachen Rasterfahndung und Kommunikationsüberwachung sehr viel mehr Kompetenzen als ihre Kollegen in den meisten Nachbarländern. Auch deswegen sind zuletzt in kaum einem anderen EU-Land so viele islamistische Terrorverdächtige festgenommen worden wie in Spanien.

Erst Ende Juni war auf der Ferieninsel Mallorca eine vierköpfige Terrorzelle aufgeflogen, die konkrete Anschlagspläne hatte: Wenigstens einer der Mallorca-Terroristen hatte eine Messer-Attacke geplant. Die Polizei fand Verbindungen der Gruppe zu jenen Attentätern, die im November 2015 den Pariser Konzertsaal des Bataclan stürmten und mit Kalaschnikows und Handgranaten 90 Menschen töteten. Nicht erst dadurch weiss man, dass auch Spaniens Terrorszene international gut vernetzt ist.

Nachdem sich nun leider auch Spanien in den Kreis der europäischen Länder einreihen musste, die in jüngster Zeit vom blindwütigen Terror getroffen wurden, ist vor allem eines zu wünschen: Dass die zynische Rechnung der Terroristen nicht aufgeht, die in Ferienländern wie Spanien Angst säen wollen und nicht zufällig mitten in der Urlaubshochsaison und in der Tourismus-Hochburg Barcelona zuschlugen.

Ralph Schulze
ausland@tagblatt.ch

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