Kim Jong Il benennt angeblich politischen Erben

Kim Jong Un, der 25jährige jüngste Sohn des Diktators Kim Jong Il, soll anscheinend die kommunistische Dynastie in Nordkorea weiterführen.

Angela Köhler
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Tokio. Jüngster Sprössling aus dritter Ehe von Nordkoreas Führer Kim Jong Il werde «Kronprinz» der einzigen kommunistischen Dynastie der Welt. Dies meldet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Quellen im südkoreanischen Geheimdienst. Kim Jong Un soll unter einem Pseudonym ein Internationales Internat in Bern besucht haben. Über seine Fähigkeiten und seinen Charakter ist aber nichts bekannt. Er soll trotz seiner Jugend bereits unter Bluthochdruck und unter Diabetes leiden.

Beobachter spekulieren, dass Nordkoreas Partei und Militär den jüngsten, unerfahrensten und damit auch schwächsten Kim-Sohn als «Symbol der Kontinuität» akzeptieren könnten, um hinter «dieser Marionette» ihren Machtkampf auszutragen. Experten des Instituts für nationale Sicherheitsstrategie, eine Abteilung des südkoreanischen Geheimdienstes, vermuten, dass nach für den 8. März angekündigten Parlamentswahlen eine pragmatische Wirtschaftselite das Ruder in Pjöngjang übernehmen könnte. Japans führender Nordkorea-Spezialist Hitoshi Tanaka glaubt, dass bereits heute eine «kollektive Autorität» in Pjöngjang herrscht. Nach Beobachtungen seines Centers for International Exchange «ist der Personenkult um Kim Jong Il nur Fassade». Der Diktator lasse sich schon seit längerem von einer Gruppe beraten, die vor allem aus hohen Offizieren bestehe.

Auch Chon Hyung Joon vom Korea Institut für Nationale Verteidigung in Seoul vermutet, dass «keiner der drei Söhne Kim Jong Ils für eine alleinige Führung qualifiziert ist».

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