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Saudi-Arabien: Todesstrafen für die Eigenmächtigen in der Causa Khashoggi

Im Mordfall Khashoggi präsentiert die Generalstaatsanwaltschaft eine neue Version des Tatherganges. Und liefert die Schuldigen gleich mit.
Michael Wrase, Limassol
Gemäss saudischen Ermittlern habe Kronprinz Mohammad bin Salman nichts von der folgenschweren Aktion in Istanbul gewusst. (Bild: Bandar Algaloud/EPA; Riad, 24. Oktober 2018)

Gemäss saudischen Ermittlern habe Kronprinz Mohammad bin Salman nichts von der folgenschweren Aktion in Istanbul gewusst. (Bild: Bandar Algaloud/EPA; Riad, 24. Oktober 2018)

Es dauerte fast drei Wochen, bis sich die Saudis unter massivem internationalem Druck dazu durchgerungen hatten, die zunächst «versehentliche» und später dann «vorsätzliche Tötung» des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi zuzugeben. 21 «Verdächtige», unter ihnen der stellvertretende Geheimdienstchef Ahmad Asiri und Saud al-Qahtani, Vertrauter von Kronprinz Mohammed bin Salman (alias MBS), seien festgenommen oder unter Hausarrest gestellt worden. Weitere drei Wochen später betrachtet die dem Königshaus untergeordnete saudische Generalstaatsanwaltschaft den Fall offenbar als abgeschlossen.

Nach einem geheimen Gerichtsverfahren beantragte nun Staatsanwalt Saud al-Mujeb für fünf der 21 «Verdächtigen» die Todesstrafe, die in dem Königreich in der Regel mit dem Schwert vollzogen wird. Die Namen der fünf «Verdächtigen» wollte der stellvertretende saudische Staatsanwalt, Shalaan bin Rajih Shalaan, «aus Sicherheitsgründen» nicht nennen. Auf einer Pressekonferenz in Riad lieferte er jedoch eine neue Version der Ereignisse im ­Istanbuler Generalkonsulat.

Kronprinz wird von jeder Schuld freigesprochen

Demnach hätten hochrangige ­Regierungsbeamte «auf eigene Faust» ein 15-köpfiges «Spezialteam» nach Istanbul geschickt, um Khashoggi zur Rückkehr in seine Heimat zu bewegen. Nachdem dieser sich geweigert hatte, was absehbar war, sei die Situation «bedauerlicherweise eskaliert»: Der «Leiter des Verhandlungsteams» und vier seiner Komplizen hätten daraufhin «eigenmächtig» die Entscheidung zur Tötung Khashoggis gefällt. Anschliessend sei die Leiche zerstückelt und in Einzelteilen einem «türkischen Agenten» übergeben worden. Von dem «unbekannten Mann» sei «ein Phantombild» angefertigt worden. Warum ein mit einer Knochensäge ausgestatteter Forensiker extra mit nach Istanbul geflogen war, wollte oder konnte der Staatsanwalt nicht erklären. Zum wiederholten Male frei von jeder Schuld wurde der Kronprinz gesprochen. Dieser habe nicht einmal von dem Befehl, Khashoggi von der «freiwilligen Rückkehr» in seine Heimat zu überzeugen, gewusst, geschweige denn den Journalisten umzubringen.

Den «Auftrag», Khashoggi «freiwillig» nach Hause zu bringen, habe der inzwischen entlassene Vizechef des Geheimdienstes, Ahmad Asiri, erteilt, der ­offenbar ungeschoren davonkommt. Der ebenfalls «freigestellte» MBS-Vertraute Saud al- Qahtani darf das Land vorerst nicht verlassen. Nach der UNO bezeichnete gestern auch der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu eine internationale Ermittlungskommission im Mordfall Khashoggi als «unumgänglich». «Egal was passiert, wir werden alles Notwendige tun, damit die ganzen Aspekte dieses Mordes aufgedeckt werden», sagte er. Sein Land habe alle von den Ermittlungsbehörden zusammengetragenen Beweise offengelegt und jeder Instanz zugänglich gemacht, die Einblick gewünscht habe.

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