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KENIA: Blutige Unruhen nach Wahlsieg

Die Opposition in Kenia droht nach Kenyattas Wahlsieg mit weiteren Massenprotesten. Bislang sind bei Unruhen elf Personen ums Leben gekommen.

Bei Protesten nach der Bekanntgabe der Wiederwahl von Kenias Präsident Uhuru Kenyatta sind mindestens elf Personen von der Polizei getötet worden. Neun junge Männer wurden in einem Slum der Hauptstadt Nairobi erschossen. Offenbar kamen die Männer bei einer Polizeiaktion gegen Plünderungen ums Leben. Dies sagten Sicherheitskräfte gestern der Nachrichtenagentur Reuters.

Zudem sei ein kleines Mädchen durch eine verirrte Polizeikugel gestorben, sagte ein Augenzeuge. Das Kind habe sich in ­Nairobi auf einem Balkon aufgehalten, als die Polizei mit vereinzelten Schüssen versucht habe, Demonstranten auseinanderzutreiben.

In dem Armenviertel waren junge Männer auf die Strassen gezogen, nachdem Kenyatta offiziell zum Sieger der Präsidentenwahl ausgerufen worden war. Im Fernsehen waren Bilder von bewaffneten Polizeieinheiten zu sehen, die unterstützt von Wasserwerfern durch die Strassen von Kibera, einem weiteren Armenviertel in Nairobi, zogen.

Auch in anderen Orten kam es zu Protesten, darunter im westlichen Kisumu, ebenfalls einer Hochburg von Kenyattas Herausforderer Raila Odinga. Dort wurde nach Angaben eines Regierungsvertreters ein Mann getötet. Zehn Verletzte wurden hospitalisiert.

Kein Beweis für Wahlmanipulation

Odinga hatte zuvor über Wahlmanipulationen geklagt. Seine Partei bezeichnete das Ergebnis der ­Abstimmung vom Dienstag als ­Farce. Zugleich kündigte sie einen Verzicht auf eine Anfechtung der Wahl vor einem Gericht an. Stattdessen deutete ein Odinga-Vertrauter weitere Massenproteste an. «Vor Gericht zu ziehen, ist ­keine Option. Wir haben das bereits früher versucht», sagte der Odinga-Vertraute James Orengo.

Die zentrale kenianische Wahlbeobachtungsorganisation Elog wies die Vorwürfe der Wahlmanipulation am Samstag zurück. Sie habe keine Belege für vorsätzliche Manipulationen gefunden. Auch internationale Beobachter waren zu der Einschätzung gelangt.

Die Wahlkommission hatte am Freitagabend das Endergebnis bekanntgegeben. Demnach entfielen auf Kenyatta 54,27 Prozent der Stimmen, Odinga kam auf 44,74 Prozent. (sda)

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