Kehrtwende in Brasilien

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Strafermittlungen Präsident Michel Temer hat den Einspruch gegen Strafermittlungen gegen ihn überraschend zurückgezogen. «Wir wollen, dass alles so schnell wie möglich geklärt wird», sagte sein Anwalt Gustavo Guedes gestern.

Am Samstag noch hatte Temer ein Aussetzen der Ermittlungen durch den Obersten Gerichtshof gefordert. Dieser wollte heute entscheiden, aber da zunächst die Beweismittel bewertet werden sollen, hätte sich die Entscheidung wohl ohnehin verzögert. Es geht um den Vorwurf von Schweigegeldabsprachen und Korruption. Temer lehnt einen Rücktritt ab, weil dies einem Schuldeingeständnis gleichkäme. Der neuntgrössten Volkswirtschaft droht durch den Skandal eine Hängepartie; und dies ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo das Land die tiefe Rezession langsam überwindet. Unklar ist, was die Kehrtwende für Temers Koalition bedeutet. Der wichtigste Koalitionspartner, die sozialdemokratische PSDB, hatte den Verbleib von einer Aussetzung der Ermittlungen gegen Temer abhängig gemacht. Diese gehen nun aber erst einmal weiter.

Im Fokus steht ein 38 Minuten langer Mitschnitt eines Gesprächs zwischen Temer und dem Besitzer des weltgrössten Fleischkonzerns JBS, Joesley Batista, der heimlich das Treffen aufgezeichnet hatte. (sda)

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