Juan Carlos übergibt Thron an Prinz Felipe

Der spanische König Juan Carlos dankt ab. Er verzichte auf die spanische Krone, um "Fehler zu überwinden und den Weg zu einer besseren Zukunft freizumachen", sagte der 76-Jährige am Montag in einer Fernsehansprache.

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König Juan Carlos und Kronprinz Felipe während der Feier zum Dreikönigstag 2013. (Bild: Keystone/Archiv)

König Juan Carlos und Kronprinz Felipe während der Feier zum Dreikönigstag 2013. (Bild: Keystone/Archiv)

Mit seiner Abdankung wolle er eine Erneuerung ermöglichen. Weiter sagte der König, sein Sohn Kronprinz Felipe habe "die Reife, die Vorbereitung und das nötige Verantwortungsbewusstsein", um als neues Staatsoberhaupt an die Spitze Spaniens zu treten.

Der 46-jährige Felipe werde "eine neue Etappe der Hoffnung" begründen, in der sich "die gemachten Erfahrungen und der Schwung einer neuen Generation" vereinten.

Sich für Spanien eingesetzt

In der Ansprache sagte Juan Carlos zudem, er sei stolz auf das, was er in seiner Amtszeit erreicht habe. Er habe sich immer dafür eingesetzt, dass sich Spanien in Freiheit entwickeln könne.

Juan Carlos hatte am Morgen überraschend in einem Schreiben an Regierungschef Mariano Rajoy seine Rücktrittspläne mitgeteilt.

Rajoy berief für Dienstag eine ausserordentliche Kabinettssitzung ein. Damit der König abdanken kann, müsse ein eigenes Gesetz verabschiedet werden, sagte der Ministerpräsident. Er hoffe, dass das Parlament dann schon nach "sehr kurzer Zeit" der Ernennung von König Felipe zustimmen könne.

Juan Carlos wird seit Monaten von gesundheitlichen Problemen geplagt. Dennoch traf die Entscheidung Spanien völlig überraschend - eine Abdankung hatte der König bislang strikt ausgeschlossen.

Popularität hat gelitten

Der heute 76-jährige Monarch bestieg im November 1975 den spanischen Thron und genoss über Jahrzehnte ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Beim friedlichen Übergang von der Diktatur unter Francisco Franco zur Demokratie in den 70er Jahren spielte er eine entscheidende Rolle.

Wegen einer Reihe von Korruptionsskandalen und anderer Fehltritte hat seine Popularität in jüngster Zeit jedoch stark gelitten. Zudem wird gegen seine Tochter, Prinzessin Cristina, und deren Ehemann Iñaki Urdangarin wegen des Verdachtes der Korruption ermittelt. (sda/reu/afp/dpa)

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