Israel

Jerusalem: Erzbischof geht Kreuzweg wegen Coronavirus ohne Pilger

Der Leiter des katholischen Patriarchats im Heiligen Land, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, ist am Karfreitag die Via Dolorosa in der Jerusalemer Altstadt ohne Pilger gegangen. Wo sonst Tausende den Leidensweg Jesu nachempfinden, lief er mit nur drei Begleitern.

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Die Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt ist wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen.

Die Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt ist wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen.

KEYSTONE/AP/Ariel Schalit

Die Gruppe schritt bis zur Grabeskirche. Dort hielt Pizzaballa nach Angaben eines Sprechers des Franziskaner-Ordens eine kleine Andacht ab. Die Kirche ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus für die breite Öffentlichkeit geschlossen.

Die Grabeskirche steht an dem Ort, an dem Jesus der christlichen Überlieferung nach gestorben und wieder auferstanden ist. Sie gilt als heiligster Ort des Christentums und als ein Zentrum christlicher Osterfeiern.

Die Kirchen in Jerusalem verwiesen vor Ostern auf die starke, positive Botschaft des christlichen Festes zu Zeiten der Corona-Krise. "Das Fest der Auferstehung ist eine Zeit der Erneuerung von Hoffnung, der Wiederherstellung und des Sieges über alle Formen von Tod und Zerstörung", teilten die Kirchen in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. "Die ganze Welt lebt derzeit in einem Zustand der Angst, Sorge und der Unklarheit, während sie der Covid-19-Pandemie gegenübersteht."

Israel hat strenge Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlassen. Bürger dürfen sich nur in Ausnahmefällen weiter als 100 Meter von ihrem Haus entfernen. Gotteshäuser sind geschlossen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 10 095 Personen in Israel nachgewiesen worden, 1061 sind wieder genesen. 92 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die meisten nachgewiesenen Infektionen gibt es demnach in Jerusalem.