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Japans Kaiser wird modern

Der 126. Tenno Japans wird den Spagat zwischen Tradition und Moderne meistern müssen. Besonders problematisch sind die Rolle der künftigen Kaiserin und die weibliche Erbfolge.
Angela Kähler, Tokio
Japans Kaiser Akihito, rechts, nach der Abdankungs-Zeremonie. (Bild: Japan Pool via AP)Japans Kaiser Akihito, rechts, nach der Abdankungs-Zeremonie. (Bild: Japan Pool via AP)
(Bild: The Imperial Household Agency of Japan via AP)(Bild: The Imperial Household Agency of Japan via AP)
Kaiser Akihito und seine Frau Michiko an der Zeremonie. (Bild: Getty Images)Kaiser Akihito und seine Frau Michiko an der Zeremonie. (Bild: Getty Images)
(Bild: Getty Images)(Bild: Getty Images)
Kaiser Akihito, links sieht man die Kronprinzessin Masako. (Bild: KEYSTONE/AP Japan Pool)Kaiser Akihito, links sieht man die Kronprinzessin Masako. (Bild: KEYSTONE/AP Japan Pool)
(Bild: Japan Pool via AP)(Bild: Japan Pool via AP)
(Bild: Japan Pool via AP)(Bild: Japan Pool via AP)
Der neue Kaiser Naruhito (rechts) und Prinzessin Masako. (Bild: Japan Pool via AP)Der neue Kaiser Naruhito (rechts) und Prinzessin Masako. (Bild: Japan Pool via AP)
Der neue Kaiser Naruhito (links) und Prinzessin Masako. (Bild: AP Photo/Koji Sasahara)Der neue Kaiser Naruhito (links) und Prinzessin Masako. (Bild: AP Photo/Koji Sasahara)
Premierminister Shinzo Abe und seine Frau Akie Abe. (Bild: Getty Images)Premierminister Shinzo Abe und seine Frau Akie Abe. (Bild: Getty Images)
(Bild: Junko Ozaki/Kyodo News via AP)(Bild: Junko Ozaki/Kyodo News via AP)
(Bild: Getty Images)(Bild: Getty Images)
(Bild: Getty Images)(Bild: Getty Images)
(Bild: Getty Images)(Bild: Getty Images)
(Bild: Yukie Nishizawa/Kyodo News via AP)(Bild: Yukie Nishizawa/Kyodo News via AP)
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In Japan hat neue Ära begonnen – Kaiser Akihito dankt ab

Der neue Kaiser von Japan ist der erste Monarch der Öffentlichkeit. Als er am 23. Februar 1960 das Licht der Welt erblickte, jubelte das Land. Schon das erste Kind des damaligen Kronprinzenpaares Akihito und Michiko war der ersehnte Thronfolger. Noch bis heute gilt in der ältesten Erbmonarchie der Welt der eiserne Grundsatz, dass nur männliche Familienmitglieder den Chrysanthementhron besteigen dürfen.

Bei der Erziehung konnte seine Mama, die erste Bürgerliche im Tenno-Clan, eigene Vorstellungen durchsetzen. So wuchs der junge Adlige nicht nur bei Hofbeamten und in meist spirituellen Sphären auf, sondern in der Familie. Er ging auf die private Gaku­shin-Schule in Tokio und machte 1982 seinen Bachelor in Geschichte. Dann studierte er als erster Thronanwärter der japanischen Krone im Ausland. Von 1983 bis 1985 besuchte Naruhito die britische Elite-Universität Oxford.

Kronprinzessin litt unter Depressionen

Über diese Jahre hat der Prinz in seinen «britischen Memoiren» geschwärmt, er habe es genossen, wie andere Studenten frei und ungezwungen leben zu dürfen und wünschte sich, die Zeit zurückdrehen zu können. Trotz seines royalen Titels und Status wohnte der adlige Spross in einem normalen Studentenwohnheim, das er nach eigenem Beschreiben fast unter Wasser gesetzt hatte, als er das erste Mal in seinem Leben versuchte, Wäsche zu waschen.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat schloss Naruhito 1988 seine akademische Ausbildung mit einem Master in Geisteswissenschaften ab und wurde ab dann zunehmend in höfische Pflichten eingebunden. Zwei Jahre nach dem Tod seines Grossvaters, Kaiser Hirohito, ernannte der Hof Naruhito formal zum Kronprinzen. Trotz seiner Popularität blieb er wie sein Vater: zurückhaltend, bescheiden, traditionsbewusst und bot – anders als Europas Königskinder – der Boulevardpresse kaum Stoff. Einzige, aber sehr aufsehenerregende Ausnahme ist seine Ehe. Auf einem Empfang lernte der Prinz 1986 die drei Jahre jüngere, angehende Diplomatin Masako Owada kennen. Es wurden Treffen arrangiert, aber die junge Japanerin entschied sich gegen den kaiserlichen Verehrer und «floh» vor dem intensiven Werben nach Oxford zum Studium.

Für andere Kandidatinnen, die ihm Hof und Familie vorstellten, konnte sich der Prinz nicht erwärmen. Masako blieb seine grosse Liebe. Nach sechs Jahren gab die Angebetete schliesslich nach und sagte «Ja». Am 9. Juni 1993 heiratete das Paar in Tokio. Nach der glamourösen Zeremonie mit Triumphzug durch die Metropole begannen für die Kronprinzessin und auch für den Prinzen die Leidensjahre. Masako wollte mit ihren Auslandserfahrungen frischen Wind in das Kaiserhaus bringen, wurde aber letztlich darauf reduziert, einen männlichen Nachkommen zu gebären. Es muss eine schwere Zeit für das Paar gewesen sein, das trotz medizinischer Unterstützung lange kinderlos blieb. Nach einer Fehlgeburt dann endlich die frohe Botschaft und die Enttäuschung. 2001 kam Tochter Aiko auf die Welt. Sie war gesund, aber «nur» ein Mädchen, das keinen Anspruch auf den Thron hat.

Die Kronprinzessin, sichtlich gezeichnet von Depressionen und Medikamenten, zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Der Kronprinz, der sie immer wieder in Schutz nahm, beschrieb ihren Zustand auf einer Pressekonferenz so: «Prinzessin Masako ist seit zehn Jahren bemüht, sich an die Umgebung des kaiserlichen Haushalts anzupassen. Aus meiner Sicht hat sie sich bei diesem Versuch völlig erschöpft.» Man sei bestrebt gewesen, Masakos Persönlichkeit und Karriere zu negieren. Die künftige Kaiserin, die offiziell wegen «Anpassungsstörungen» behandelt wird, trat erst 2008 zu ihrem 45. Geburtstag wieder in Erscheinung. Sie fühle sich jetzt in der Lage, wieder aktiver zu werden. Man ist gespannt, wie sie ihre neue Rolle gestalten wird. Royale Beobachter werden nicht müde zu betonen, dass das scheidende Kaiserpaar besonders durch seine gemeinsamen Auftritte beim Volk so beliebt ist. Die neue Kaiserin könnte nun, befreit von dem Kinderdruck, ihre diplomatischen Fähigkeiten auch bei Auslandsreisen entfalten.

Anhänger hoffen auf Modernisierung

Beim neuen Kaiser von Japan bestehen kaum Zweifel, dass er seine Rolle und sein Amt ausfüllen kann. Auf ihm liegen aber auch die Hoffnungen der Reformer und der treuen Anhänger der immer kleiner werdenden kaiserlichen Familie nach Modernisierung. Frauen sind bislang nicht nur von der Thronfolge ausgeschlossen, nach einer nicht standesgemässen Heirat müssen sie sogar die Familie verlassen. Wenn sich nichts ändert, wird das auch die jetzt 17-jährige Tochter des Kaiserpaares treffen.

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