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«Hello Kitty»-Zug – Japanische Popkultur auf Schienen

Ab Samstag, 30. Juni 2018, verkehrt der «Hello Kitty»-Shinkansen zwischen Osaka und Fukuoka. Ein ­Hochgeschwindigkeitszug allein für das rundgesichtige Fantasiegeschöpf, das man in Japan liebt wie verrückt.
Angela Köhler, Tokio

Alles pink! Superschnell und sooo süss! Japans berühmtes Kultkätzchen Hello Kitty fährt jetzt auch auf Nippons Shinkansen ab. Morgen wird der wohl niedlichste Hochgeschwindigkeitszug der Welt starten und ab dann drei Monate regelmässig zwischen den westjapanischen Megastädten Osaka und Fukuoka hin- und herrasen.

Ein Schnellzug, ultrapink mit Schleife. So kommt der Superexpress, äusserlich rosa-weiss gespritzt, daher. Innen ist ein ganzer Waggon Katze pur. Hier strahlt die Comicfigur überall, grüsst von Sonnenblenden, Armlehnen und Kopfbezügen, passend dazu das Design der Sitze in Lila-Blau. Ihre rosaroten Schleifchen sind üppig verstreut auf dem Teppichboden. Der Kawaii-Room ist Szene für das perfekte Selfie. Hier können sich Passagiere mit riesiger Hello-Kitty-Figur vor japanischer Landkarte fotografieren.

Zugnummer ist ­ längst überfällig

Vor jedem Stopp zwischen den Bahnhöfen Shin-Osaka in Osaka und Hakata in Fukuoka wird eine eigens für dieses Bahnerlebnis komponierte Hello-Kitty-Melodie gespielt. In Hakata öffnen morgen Samstag ein Hello-Kitty-Café und ein entsprechender Souvenirshop. Im ersten Wagen des Themenzuges gibt es keine Sitze. Hier will der Betreiber JR West Japan mit unterschiedlichen Präsentationen und Produkten für seine Region werben. Auch hier ist das Design Programm und der ganze Waggon in verschiedenen Rosatönen und vielen Kitty-Motiven gehalten.

Für Puristen mag das nach Kitschalarm klingen. Aber nicht nur in Japan liebt man das rundgesichtige Fantasiegeschöpf, das 1974 vom japanischen Hersteller Sanrio erfunden wurde. Mittlerweile ist sie ein globales Symbol der Niedlichkeit geworden, die wohl berühmteste Figur der japanischen Kawaii-Popkultur. Das Kätzchen mit kecken Schleifchen und pinkfarbenen Kleidern verzierte zuerst nur Geldbörsen, Schreibwaren und Spielzeuge. Heute kokettiert es auf Taschen, T-Shirts, Uhren, Schlafsachen, Rucksäcken und Flugzeugen.

Hello Kitty zieren mittlerweile auch Kreditkarten, Computer, Staubsauger und selbst Herrenunterwäsche. Imageschädigende Sachen wie Alkohol oder Waffen sind selbstredend tabu. Vor allem für Mädchen ist Kitty Objekt der Sammelleidenschaft. Lange hielt man sich bedeckt, was die Figur bedeuten soll. Die Mehrheit sah sie lange als Katze, aber zum 40. Geburtstag «outete» die Firma Kitty als kleines Mädchen.

Ein rundes Gesicht, Knopfaugen und eine Schleife am Ohr. Mit nur wenigen Strichen schuf Designerin Yuko Shimizu eine Comic­figur, die ein phänomenaler Hit wurde. Und für die japanische Firma Sanrio, ein Hersteller für Geschenkartikel, eine Goldgrube mit Milliardengewinnen, für Japan ein Exportschlager. Die hauseigene Hello-Kitty-Serie umfasst mittlerweile mehr als 12000 Produkte, hinzu kommen unzählige Lizenzerzeugnisse und diverse Themenparks. Es gibt fast kein Produkt, das sich nicht mit Hello Kitty vermarkten lässt.

Die Zugnummer ist also längst überfällig. Denn der Kitty-Shinkansen ist nicht der erste Themenzug in Japan. Vorgänger bei JR West war die Anime-Serie «Neon Genesis Evangelion». Dieser Hochgeschwindigkeitszug sollte eigentlich nur bis März 2017 verkehren. Wegen der grossen Popularität auch bei ausländischen Touristen rollte der Zug bis Mitte Mai dieses Jahres. Dann wurde auf Kitty umgerüstet.

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