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Italiener Sassoli ist neuer
EU-Parlamentspräsident

Der neue Chef des EU-Parlaments, David-Maria Sassoli, war einst Moderator und Vize-Chefredakteur der italienischen Tagesschau-Hauptausgabe.
Dominik Straub, Rom
Der 63-jährige Florentiner David-Maria Sassoli. EPA/PATRICK SEEGER (Bild: Patrick Seeger/EPA; Strassburg, 3. Juli 2019)

Der 63-jährige Florentiner David-Maria Sassoli. EPA/PATRICK SEEGER (Bild: Patrick Seeger/EPA; Strassburg, 3. Juli 2019)

Die Abgeordneten des EU-Parlaments haben den Sozialdemokraten David-Maria Sassoli zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Der Italiener erreichte gestern im zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit. ­Sassoli wird den Posten für die nächsten zweieinhalb Jahre übernehmen. Er hatte sich mit 345 Stimmen gegen die Spitzenkandidatin der Grünen, Ska Keller (119 Stimmen), die spanische Linke Sira Rego (43) und den tschechischen Konservativen Jan Zahradil (EKR, 160) durchgesetzt.

Sassoli arbeitete einst als Nachrichtensprecher im italienischen Fernsehen. Der graumelierte, stets perfekt gekleidete Frontmann des «Telegiornale 1» (Sender TG 1) war bis zu seiner Wahl ins EU-Parlament in Italiens Damenwelt der unbestrittene Star unter den TV-Moderatoren gewesen. Im Staatssender RAI trug Sassoli den Spitznamen «der schöne Linke».

Politischer Quereinsteiger

Es war die Zeit, als der Privat-TV-Tycoon Silvio Berlusconi Ministerpräsident war und versuchte, auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen unter seine Kontrolle zu bringen. Sassoli und sein weibliches Pendant beim TG 1, Lilli Gruber, versuchten, Gegensteuer zu geben. Sassoli gründete Articolo 1, ein Verein zum Schutz der Medienfreiheit; Gruber legte sich öffentlich mit Berlusconi an und kündigte – um bereits 2004 ins EU-Parlament gewählt zu werden, ebenfalls für die Linke.

Der heute 63-jährige Florentiner Sassoli war ein politischer Quereinsteiger: Als der damalige Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni, im Jahr 2009 den sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) gründete, liess sich Sassoli zur Spitzenkandidatur auf der PD-Liste für die Europawahlen überreden. Sassoli erzielte mit über 400000 Stimmen das absolute Spitzenresultat in seinem Wahlkreis – und wurde als neugewählter Europaabgeordneter gleich zum Fraktionschef der Euro-Sozialisten gewählt.

Sein Privatleben hat der neue Präsident des EU-Parlaments immer von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Von ihm weiss man lediglich, dass er zwei Kinder hat und seine Ehepartnerin Alessandra schon im Gymnasium kennen gelernt hatte. Er liebt die Gartenarbeit, und in einem Interview hatte er sich einmal selbstironisch als «Langweiler» bezeichnet – weil er gerne klassische Musik höre und Bücher über die Geschichte der alten Römer lese.

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