Italien wirft EU Versagen vor

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Migration EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos und Italiens Aussenminister Angelino Alfano haben eine bessere Koordinierung in der Flüchtlingskrise im Mittelmeer gefordert. Aussenminister Alfano forderte, dass die anderen EU-Partner sein Land stärker unterstützen müssten. Das EU-Umverteilungsprogramm für Flüchtlinge funktioniere nicht, sagte er der «Bild». «Es fehlt an einer gemeinsamen europäischen Migrationspolitik, die sich der Ankünfte aus Afrika annimmt», sagte Alfano. Italien könne diese Last nicht alleine verkraften. Alfano rechnet bis Ende des Jahres mit mehr als 200 000 Menschen, die über die Mittelmeerroute nach Europa kommen.

Strittig sind neben der Verteilung der Ankommenden innerhalb der EU auch die Aktivitäten der privaten Hilfsorganisationen, die neben den Marineschiffen der EU-Staaten und der EU-Grenzagentur Frontex Menschen aus dem Mittelmeer retten und nach Italien bringen. Die italienische Regierung wirft ihnen vor, damit zumindest indirekt Schlepper zu unterstützen, die Flüchtlinge und Migranten bewusst auf marode Boote setzten – in der Erwartung, dass sie gerettet werden. EU-Kommissar Avramopulos nahm die privaten Seenotretter in Schutz. «Die Mehrheit der Nichtregierungsorganisationen hilft uns bei unseren Bemühungen, Leben zu retten», sagte er. (sda)