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Italien-Krise sorgt für Franken-Stärke

Die politische Blockade in Italien schwächt den Euro. Sollte der Euro-Franken-Kurs die Marke von 1.15 Franken erreichen, könnte die Nationalbank intervenieren.
Maurizio Minetti
Die politische Krise in Italien sorgt für einen schwachen Euro. (Martin Ruetschi/Keystone)

Die politische Krise in Italien sorgt für einen schwachen Euro. (Martin Ruetschi/Keystone)

«Lo spread» geistert wieder herum in Italien. Der englische Ausdruck beschreibt die Differenz zwischen den Risikoprämien für italienische Anleihen gegenüber den als sicher geltenden deutschen Bundesanleihen. In anderen Worten: Je höher der Spread, desto höher das Risiko für Anleger. Gestern hat der seit April steigende Spread den Wert von 200 Basispunkten überschritten.

Auch der Eurokurs gibt einen Hinweis darauf, wie akut die Krise in Italien ist. Nach der gescheiterten Regierungsbildung in Italien hat am Montagmorgen die europäische Gemeinschaftswährung zum Franken zunächst wieder zugelegt - nur um dann aber im Verlauf des Tages wieder auf unter 1,16 Franken zu fallen. Damit bestätigt sich der Schweizer Franken einmal mehr als Fluchtwährung und die willkommene Abschwächung der letzten Wochen ist wieder dahingeschmolzen. Für die Schweizer Exportindustrie hat die italienische Regierungskrise also direkte Auswirkungen, so auch für die hiesige Tourismusbranche, die sich auf die bevorstehende Sommersaison vorbereitet und auf einen möglichst schwachen Franken hofft.

Steuerstreit und Grenzgänger

Gewisse Analysten befürchten, dass der Franken nun wieder weiter an Stärke gewinnen könnte. John Hardy von der Saxo Bank schrieb am Montag in einem Marktkommentar, dass die Schweizerische Nationalbank wohl wieder stärker am Devisenmarkt eingreifen werde, wenn der Euro die Marke von 1,15 Franken erreichen würde.

Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen der Schweiz und Italien sind auch abgesehen von Währungsturbulenzen eng. Italien ist nach Deutschland der zweitwichtigste europäische Handelspartner der Schweiz (siehe Grafik). Allerdings scheint das Investitionspotenzial zwischen den beiden Ländern gemessen an der Intensität der wirtschaftlichen Beziehungen noch nicht ausgeschöpft, wie auch Bundesrat Johann Schneider-Ammann im vergangenen September bei einem Besuch in Rom feststellte.

Der grösste Austausch zwischen Italien und der Schweiz findet heute in den Bereichen Pharma, Chemie, Maschinenindustrie und Landwirtschaft statt. Zudem ist auch der Tourismussektor von grosser Bedeutung. Doch die bilateralen Handelsbeziehungen wurden in den letzten Jahren immer wieder auf die Probe gestellt. So machte Italien jahrelang Druck auf Schweizer Banken wegen unversteuerter Gelder italienischer Bürger. Ein Selbstanzeigeprogramm beendete den Steuerstreit schliesslich Anfang 2015. Schweizer Banken bemühen sich seit geraumer Zeit vergeblich um einen besseren Zugang zum italienischen Markt; Italien hat wenig Interesse daran.

Ein Dauerthema zwischen Italien und der Schweiz sind zudem die Grenzgänger, die vorab im Tessin immer wieder für politische Diskussionen sorgen. Auch hier haben sich die beiden Nachbarländern zwar 2015 geeinigt, doch ratifiziert ist das Abkommen zur Besteuerung von Grenzgängern immer noch nicht. «Solange wir in Italien keine stabile Regierung haben, läuft gar nichts», sagte Aussenminister Ignazio Cassis Ende März. 70 000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Italien kommen täglich in die Schweiz zur Arbeit.

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