Israels Parlament wählt neuen Präsidenten

JERUSALEM. Ein Nobelpreisträger, eine Richterin und drei Politiker stehen heute zur Wahl, wenn Israels Parlament das künftige Staatsoberhaupt wählt.

Drucken
Teilen

JERUSALEM. Ein Nobelpreisträger, eine Richterin und drei Politiker stehen heute zur Wahl, wenn Israels Parlament das künftige Staatsoberhaupt wählt.

Unbequemer Favorit…

Das Amt des Präsidenten hat fast nur symbolische Bedeutung. Nach Wahlen erteilt er den Auftrag, eine Regierung zu bilden, und er darf Verbrecher begnadigen. So unbedeutend sei das Amt, sagte Premier Netanyahu, dass man es doch ganz abschaffen könne. Motiv dafür ist Likud-Kandidat Reuven Rivlin, der dem Premier oft zu eigenständig war. Rivlin gilt aber als Favorit. Der Knesset-Präsident hält nicht viel von der Zweistaatenlösung, aber er predigt Kooperation zwischen Juden und Arabern. Er werde sich bei «Abkommen mit den Palästinensern» nicht einmischen, verspricht der 74-Jährige.

…und vier Aussenseiter

Eine ähnliche Haltung vertritt die pensionierte Richterin Dalia Dorner, mit 80 Jahren die älteste Kandidatin. Chancen werden ihr kaum eingeräumt. Ebenfalls als Aussenseiter startet der Nobelpreisträger für Chemie, Dan Shechter. Die zweite Frau am Start ist die frühere Knesset-Präsidentin Dalia Itzik, die ihre Karriere in der Arbeitspartei begann, dann aber zur Zentrumspartei Kadima wechselte. Die 61-Jährige rechnet sich Chancen auf eine zweite Wahlrunde aus. Auf die Stichwahl hofft auch der 66jährige Meir Shitrit, ein ehemaliger Minister. Als Präsident würde er sich vor allem sozialer Gerechtigkeit annehmen wollen. (S.K.)

Aktuelle Nachrichten