Nahostkonflikt
Israels Botschaft stellt Forderung an die Schweiz: «Bezeichnet Hamas als Terroristen»

Der Bundesrat will seine neutrale Position im Nahen Osten nicht verspielen und löst damit in jüdischen Kreisen in der Schweiz Unverständnis aus.

Samuel Schumacher
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Mehr als 4300 Raketen hat die Hamas in den vergangenen elf Tagen auf Israel abgefeuert.

Mehr als 4300 Raketen hat die Hamas in den vergangenen elf Tagen auf Israel abgefeuert.

AP

Die israelische Botschaft in Bern hat die Schweiz in einer Stellungnahme dazu ermahnt, Israels Recht auf Selbstverteidigung anzuerkennen und ihre neutrale Haltung gegenüber der radikalislamischen Hamas zu überdenken. «Israel ruft alle Länder dazu auf, die Hamas als Terrororganisation zu bezeichnen – auch die Schweiz», sagt Ariel Rosenstein, Israels Vizebotschafter in Bern, gegenüber dieser Zeitung.

«Wir bestärken die Schweiz darin, mit beiden Seiten zu sprechen – der israelischen Regierung und der Palästinensischen Autonomiebehörde.»
Ariel Rosenstein, Israels Vizebotschafter in der Schweiz.

Ariel Rosenstein, Israels Vizebotschafter in der Schweiz.

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Auch mehrere jüdische Verbände fordern vom Bundesrat, dass er die Hamas härter anfasse. Politische Vorstösse in diese Richtung gibt es immer wieder. Die offizielle Haltung der Schweiz ist es allerdings weiterhin, ihre neutrale Position nicht aufzugeben. Nur der Islamische Staat und Al-Kaida werden von der Schweiz als verbotene Terrororganisationen erachtet.

Während das politische Seilziehen auf dem diplomatischen Parkett wieder losgeht, dauert das Leiden der Menschen im Nahen Osten an. Die beiden Seiten haben unter Vermittlung Ägyptens in der Nacht auf Freitag einen Waffenstillstand unterzeichnet. Doch der elftägige Konflikt hat 243 Palästinensern und 12 Israelis das Leben gekostet, Tausende sind verletzt.

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