Islamische Anti-Terror-Koalition

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Riad Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hat gestern den Startschuss für eine islamische Anti-Terror-Koalition gegeben. Offiziell beteiligen sich 41 muslimische Länder daran. Das Militärbündnis sei ein «starkes Signal» an terroristische Organisationen, die in den vergangenen Jahren «in unseren Ländern» ­aktiv gewesen seien, sagte Salman bei einem Treffen von Verteidigungsministern und anderen Sicherheitsexperten des neuen Bündnisses in Riad.

In Zukunft würden alle Mitglieder ihre «militärischen, finanziellen und politischen Bemühungen» sowie ihre Geheim­dienst­aktivitäten bündeln, um den Terrorismus wirkungsvoller zu bekämpfen, so Salman weiter. Er hatte die Koalitionsbildung schon vor zwei Jahren angekündigt. Zu ihrem Chefkomman­dan­ten wurde der frühere pakistanische General Raheel Sharif ernannt.

Irak und Syrien sind ausgeschlossen

Der Militärkoalition gehören zum grössten Teil Länder mit sunnitischer Führung an. Saudi-Arabiens schiitischer Erzrivale Iran sowie dessen Verbündete Irak und Syrien sind ausgeschlossen. Auch Katar, das offiziell noch Mitglied ist, aber seit Juni unter anderem wegen seiner guten Beziehungen zum Iran von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Bahrain boykottiert wird, war bei der gestrigen Zusammenkunft nicht vertreten.

Der saudische Kronprinz Salman erinnerte am Sonntag auch an den blutigen Anschlag auf eine Moschee in Ägypten, bei dem am Freitag mindestens 305 Menschen getötet worden waren (Haupttext). Die Attacke «ruft uns einmal mehr die Gefahren von Terrorismus und Extremismus ins Gedächtnis», sagte Salman. (sda)