IS-Erfolg bringt Obama in Nöte

WASHINGTON. Nach dem Fall der irakischen Stadt Ramadi an den «Islamischen Staat» (IS) sucht US-Präsident Barack Obama in einer Dringlichkeitssitzung mit seinen Sicherheitsberatern nach einem Ausweg. Der Fall Ramadis stellt die Irak-Strategie Obamas in Frage.

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WASHINGTON. Nach dem Fall der irakischen Stadt Ramadi an den «Islamischen Staat» (IS) sucht US-Präsident Barack Obama in einer Dringlichkeitssitzung mit seinen Sicherheitsberatern nach einem Ausweg. Der Fall Ramadis stellt die Irak-Strategie Obamas in Frage.

Wieder einmal waren die irakischen Regierungstruppen einfach davongelaufen. Wie vor einem Jahr, als der IS im Norden die Stadt Mossul überrannte. Vor der Presse versuchte Obamas Sprecher Josh Earnest den Fall Ramadis aber herunterzuspielen. «Es gibt Tage mit Fortschritt und Perioden, die uns zurückwerfen.» Die USA haben bisher versucht, die Spaltung zwischen den islamischen Religionsgemeinschaften zu überwinden. Washington wollte die Integration der Sunniten in die irakischen Streitkräfte vorantreiben. Doch der irakische Präsident Haidar al-Abadi ruft nun abermals die Schiitenmilizen zur Hilfe, um den Vormarsch der IS-Kämpfer zu stoppen.

Nach Ansicht von Experten wie dem früheren CIA-Analysten Robert Baer könnte die wachsende Abhängigkeit Bagdads von der schiitischen Al-Shaabi-Miliz in einen Bürgerkrieg münden. Diese Gefahr setzt den Präsidenten wiederum heftiger Kritik bei den Republikanern aus. Der Fall einer Grossstadt 100 Kilometer vor den Toren Bagdads als vorübergehenden Rückschlag zu werten sei eine Verharmlosung. (T.S.)