Iranische Provokationen vor neuem Verhandlungstermin

Iran provoziert die Welt mit neuen Raketentests und sagte Inspektion der neuenthüllten zweiten Atomanlage zur Urananreicherung zu.

Michael Wrase
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limassol. «Zur Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit im Fall einer langanhaltenden ausländischen Invasion» haben Irans Revolutionsgardisten gestern mehrere neue Kurzstreckenraketen getestet. Es handelt sich dabei um Geschosse des Typs Fateh-110 – zu deutsch: Eroberer – mit einer Reichweite von 170 Kilometern sowie Tondar-69 – Donnerschlag –, die Ziele in einem Radius von 150 Kilometern erreichen können.

Für heute soll auch die bereits erprobte Mittelstreckenrakete Shahab-3 – Meteor – erneut getestet werden. Diese Lenkwaffe hat eine Reichweite von 2000, in einer modifizierten Form gar eine von 2500 Kilometer und könnte Ziele im gesamten Nahen Osten erreichen.

Bewusst gewähltes Datum

Es ist sicherlich kein Zufall, dass Iran für die Raketentests dieses Wochenende gewählt hat: Vor den am Donnerstag beginnenden Atomgesprächen mit dem Westen in der Schweiz will die Islamische Republik militärische Stärke demonstrieren.

Im Atomstreit mit Europa und den USA setzt das Regime ganz bewusst auf Konfrontation und Provokation. Ob diese Strategie Früchte tragen wird, bleibt abzuwarten.

Inspektionen vorgesehen

Den Provokationen von gestern vorausgegangen war ein iranisches Schreiben an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Irans Führung hatte darin den über mindestens drei Jahre verschwiegenen Bau einer Atomfabrik unweit der heiligen Stadt Qom einräumen müssen, nachdem sie zuvor mit westlichen Satellitenfotos der Anlage konfrontiert worden war.

Nach iranischer Darstellung soll darin «schon bald» Brennstoff für Atomkraftwerke gewonnen werden. «Mit Gottes Hilfe», sagte ein Berater von Revolutionsführer Chamenei, werde die Anlage «die Augen der Feinde blenden».

Internationale Inspektionen der angeblich für 3000 Zentrifugen ausgelegten Atomfabrik will Teheran anscheinend zulassen.

Es werde in «angemessener Zeit» eine Inspektion der neuen Fabrik geben, versprach Ali Akbar Salehi, der Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, der die westliche Empörung über die Anlage nicht verstehen will.

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