Interpol stützt Vorwürfe gegen Chávez

Caracas. Die internationale Polizei-Organisation Interpol hat bestätigt, dass Kolumbien Computer der Farc-Guerilla nicht manipuliert hat. Aus den Computerarchiven geht hervor, dass Venezuela die Farc mit Geld und Waffen unterstützte.

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Interpol-Experten in Bogotá bestätigten in der Nacht auf gestern , die bei einem Angriff auf ein Farc-Camp Anfang März von kolumbianischen Streitkräften gefundenen Laptops und externen Festplatten seien authentisch und die sich darauf befindenden Archive seien nicht manipuliert worden. «Wir sind sicher, dass diese Computer der Farc gehörten und können bestätigen, dass die darauf befindlichen Archive nicht von kolumbianischen Stellen manipuliert, gelöscht oder abgeändert wurden, wenngleich Kolumbien bei der Untersuchung nicht immer international übliche Standards befolgte», sagte Interpol-Direktor Noble vor der Presse.

Die Computer waren von englischsprachigen Technikern aus Australien und Singapur auf ihre Authentizität untersucht worden.

Unterstützung der Farc

Venezuela und Ecuador, die beide in den Archiven der Computer als Unterstützer der Farc mit Geld und Waffen auftauchen, hatten die Dokumente in den vergangenen Tagen als «Erfindung aus US-Labors» bezeichnet. Es handle sich um ein «Komplott der rechten Bourgeoisie» gegen seine sozialistische Revolution, hatte Venezuelas Präsident Chávez erklärt. Ecuadors Aussenministerin Maria Isabel Salvador sprach den Archiven jede rechtliche Relevanz ab.

Beziehungen eingefroren

Kolumbien hatte die Archive beim Angriff auf ein Rebellenlager von Farc-Kommandant Raul Reyes sichergestellt. Die Offensive hatte zu einem Eclat zwischen Kolumbien und Ecuador geführt, weil sich Reyes Camp im Grenzgebiet aber bereits auf ecuadorianischem Boden befunden hatte. Die Beziehungen beider Länder liegen seither auf Eis.

Chávez nannte den Interpol-Bericht «lächerlich». (S.W.)

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