In Elfenbeinküste eskalieren Kämpfe

Abidjan. Seit drei Tagen wird der Machtkampf im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste in der Metropole Abidjan auch mit Artillerie ausgetragen. Truppen des in den Wahlen unterlegenen bisherigen Präsidenten Laurent Gbagbo sind mit schweren Waffen in den Stadtteil Abobo eingerückt.

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Abidjan. Seit drei Tagen wird der Machtkampf im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste in der Metropole Abidjan auch mit Artillerie ausgetragen. Truppen des in den Wahlen unterlegenen bisherigen Präsidenten Laurent Gbagbo sind mit schweren Waffen in den Stadtteil Abobo eingerückt. Seit Dienstag sollen in den Kämpfen mindestens zehn Menschen getötet worden sein. Blogger berichten von 20 Toten.

Abobo ist eine Hochburg des verhinderten Wahlsiegers Alassane Ouattara. Gbagbo-treue Medien berichten, «die Sicherheitskräfte» hätten den Auftrag, in dem Quartier «Rebellen» zu vertreiben und «Waffenlager» ausheben. Die lokale Zeitung «Soir Info» beschreibt die Aktion jedoch als «Feldzug von Plünderern, der auf den Widerstand der Quartierbewohner stosse. In Abobo gibt es wie in anderen Teilen Abidjans sogenannte «Selbstverteidigungs-Milizen», die mit Patrouillen versuchen, Überfälle von Gbagbo-Anhängern zu verhindern.

Währen die Gewalt eskaliert, stockt die politische Vermittlung afrikanischer Staaten. Gbagbo hat auch ein Angebot Ouattaras für eine Koalitionsregierung abgelehnt. (wbr)