In der Ostukraine fehlt es an AIDS-Medikamenten

In der Ostukraine drohen dringend benötigte Medikamente für 8000 HIV-Infizierte auszugehen. Sollte die Blockade nicht aufgehoben werden, können die Immunschwächepatienten ab Mitte August nicht mehr behandelt werden.

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Anfang 2014 gab es in der Ukraine offiziell 234'000 HIV-Infizierte, die älter als 15 Jahre alt waren. (Bild: Keystone)

Anfang 2014 gab es in der Ukraine offiziell 234'000 HIV-Infizierte, die älter als 15 Jahre alt waren. (Bild: Keystone)

Das sagte der AIDS-Sondergesandte der UNO für Osteuropa und Zentralasien, Michel Kazatchkine, vor Beginn einer internationalen AIDS-Konferenz am Sonntag im kanadischen Vancouver.

Derzeit sind die Medikamente an Kontrollposten blockiert, die von der ukrainischen Armee oder von pro-russischen Separatisten entlang der umkämpften ostukrainischen Gebiete gehalten werden.

Die 8000 AIDS-Patienten seien ins "politische Kreuzfeuer zwischen der ukrainischen Regierung und den von Russland unterstützten Kämpfern geraten", sagte Kazatchkine. Er forderte die USA, Deutschland, Frankreich, Russland und die Ukraine zum Handeln auf.

Vor allem Donbass betroffen
Die Krise betrifft nach seinen Angaben vor allem das Donbassgebiet und die von den Separatisten ausgerufenen Volksrepubliken Donezk und Luhansk. In den Gebieten lebte nach Angaben des UNO-Sondergesandten früher ein Viertel der HIV-Infizierten der Ukraine. Tausende seien mittlerweile aber vor den Kämpfen geflohen.

Die Medikamente seien bereits bezahlt, und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen habe zugesagt, sie auszuliefern und ihre Anwendung zu beaufsichtigen, sagte Kazatchkine. Doch durch den bewaffneten Konflikt, die Wirtschaftskrise und den Rückzug der Nichtregierungsorganisationen sei alles in Frage gestellt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gab es in der Ukraine Anfang 2014 offiziell 234'000 HIV-Infizierte im Alter von mehr als 15 Jahren. Das entspricht 0,8 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe und ist damit der höchste Anteil in Europa. (sda)

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