Hochwasser

Hochwasserlage in Deutschland: zweite Welle droht

Die Menschen an den Flüssen in Deutschland stapeln wieder Sandsäcke, denn die nächste Hochwasser-Welle naht: Während in Heidelberg die schlimmsten Überschwemmungen seit zehn Jahren drohen, reicht der Main schon bis ans Rathaus der Finanzmetropole Frankfurt.

Drucken
Teilen
Der Main beschert Frankfurt das schwerste Hochwasser der vergangenen Jahre

Der Main beschert Frankfurt das schwerste Hochwasser der vergangenen Jahre

Keystone

Die Menschen in der alten Universitätsstadt und Touristenhochburg Heidelberg in Baden-Württemberg unweit der Mündung des Flusses Nackar in den Rhein rechnen inzwischen mit dem schlimmsten Hochwasser seit 2002. Der Scheitelpunkt des Neckar wurde am späten Freitagvormittag erwartet.

Auch an Rhein und Mosel steigen wieder die Pegel. Für Koblenz am Zusammenfluss der beiden Flüsse (Deutsches Eck) könnte es kritisch werden, hiess es vom Hochwassermeldezentrum für den Rhein in Mainz am Donnerstag.

"Die Situation bleibt angespannt", sagte ein Sprecher der Feuerwehr Koblenz. "Für die Nacht von Samstag auf Sonntag erwarten wir einen Pegelstand von um die 7,50 Meter."

In Frankfurt am Main erwarten Behörden das schwerste Hochwasser der vergangenen Jahre. Die braunen Fluten haben längst die Innenstadt der Finanzmetropole erreicht und Hochwasserbarrieren vor dem Rathaus "Römer" umspült. Der Pegelstand des Flusses lag bei 4,68 Metern. 2003 hatte der Pegel die Marke 5,19 Meter erreicht.

Weiter südlich den Fluss hinauf in Wertheim in Baden-Württemberg wich die Flut des Mains zunächst langsam aus der Altstadt - aber die Ankündigung von Dauerregen zerrte an den Nerven der Menschen. Eine zweite leichte Hochwasser-Welle soll die Stadt spätestens am Samstag erreichen.

In Bayern wurde am Donnerstag nach einer kurzen Verschnaufpause wieder mit steigenden Wasserständen entlang der Donau gerechnet. Auch in Sachsen und in Sachsen-Anhalt im Osten Deutschlands haben Regen und milde Temperaturen nach kurzer Entspannung die Hochwassersituation wieder verschärft.

Zudem gab der Wetterdienst eine Unwetterwarnung für das Erzgebirge sowie für einige Landkreise im Bergland heraus. Im Erzgebirge seien auch Erdrutsche möglich.