Spanien

Höchste Tageszahl an Bootsflüchtlingen auf Kanaren seit 2006

Auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln vor der Westküste Afrikas sind am Freitag mehr als 700 Migranten in 22 Booten angekommen. Die meisten seien in Cayucos, kleinen offenen Fischerbooten, von Afrika aus auf dem Atlantik unterwegs gewesen und von der Seenotrettung in den Küstengewässern der Kanaren entdeckt und an Land gebracht worden, berichtete die Zeitung "La Provincia" am Samstag unter Berufung auf das Rote Kreuz und die Behörden.

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Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Schutzkleidung helfen bei der Überführung von Migranten aufs Festland. Auf den Kanarischen Inseln vor der Westküste Afrikas sind am Freitag (09.10.20) mehr als 700 Migranten in 22 Booten angekommen. Das war die höchste Tageszahl seit der Migrationskrise 2006. Foto: Europa Press/EUROPA PRESS/dpa

Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Schutzkleidung helfen bei der Überführung von Migranten aufs Festland. Auf den Kanarischen Inseln vor der Westküste Afrikas sind am Freitag (09.10.20) mehr als 700 Migranten in 22 Booten angekommen. Das war die höchste Tageszahl seit der Migrationskrise 2006. Foto: Europa Press/EUROPA PRESS/dpa

Keystone/EUROPA PRESS

In Teneriffa seien 423 Menschen in vier überfüllten Booten angekommen, 199 Menschen in zwölf Booten auf Gran Canaria, 73 Menschen in fünf Booten auf Lanzarote und sechs Menschen in einem Boot auf Fuerteventura. Insgesamt war das die höchste Tageszahl seit der Migrationskrise 2006, als insgesamt rund 31 000 Bootsflüchtlinge die Inselgruppe erreichten, wie das staatliche spanische Fernsehen RTVE berichtete. In diesem Jahr sind die Zahlen wieder stark angestiegen. Seit Januar seien rund 7500 Migranten auf den Inseln angekommen, berichtete RTVE. Im vergangenen Jahr waren es etwa 2700.

Die Kanaren liegen nur etwa 100 Kilometer vor der Küste Westafrikas. Allerdings ist der Atlantik für die kleinen und meist nur mit Aussenbordmotoren angetriebenen Boote sehr gefährlich. Wer die Inseln verfehlt, hat vor sich westwärts bis nach Kuba etwa 6500 Kilometer Wasser. Über die Zahl der Toten gibt es nur Schätzungen. Sie dürfte über die Jahre in die Tausende gehen.