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Hillary Clinton versucht, den Schaden zu begrenzen

E-Mail-Affäre Donna Brazile ist Generalsekretärin der US-Demokraten. Sie gebraucht ein griffiges Bild, um die Auswirkungen eines Schreibens von FBI-Direktor James Comey an den Kongress auf den Wahlkampf zu illustrieren. Darin ist von neu aufgetauchten E-Mails von Hillary Clinton die Rede.
Thomas Spang/Washington

E-Mail-Affäre Donna Brazile ist Generalsekretärin der US-Demokraten. Sie gebraucht ein griffiges Bild, um die Auswirkungen eines Schreibens von FBI-Direktor James Comey an den Kongress auf den Wahlkampf zu illustrieren. Darin ist von neu aufgetauchten E-Mails von Hillary Clinton die Rede. «Es ist ungefähr so, als wäre gerade ein Lastzug mit achtzehn Reifen aufgefahren», sagt Brazile. Am vorletzten Wochenende vor den Präsidentschaftswahlen sei dies «eine riesige Ablenkung zur ungünstigsten Zeit».

Tatsächlich rückt das Vorgehen Comeys eine Affäre wieder in den Fokus der Wähler, die Clinton weitgehend eingedämmt hatte. Der in Umfragen weit abgehängte Donald Trump wittert Morgenluft und geht in die Offensive. An einem Wahlkampfauftritt in Colorado nannte er die E-Mail-Saga «grösser als Watergate». Der Faktenprüfer der «Washington Post» gab ihm dafür aber die Höchstzahl von vier «Pinocchios». «Das bewegt sich in einer komplett anderen Liga als Watergate», meldete sich Carl Bernstein zu Wort, einer der Enthüller des Watergate-Skandals, der Präsident Richard Nixon zu Fall gebracht hatte.

Gegen den Vorwurf,«etwas zu verschweigen»

Tatsächlich weiss nicht einmal FBI-Direktor Comey selbst, ob sich Clinton mit den neu aufgetauchten E-Mails etwas zu Schulden kommen liess. Der Republikaner an der Spitze des FBI geriet wegen seines Vorgehens am Wochenende massiv unter Druck. «Das ist beispiellos», beschwerte sich Clintons Wahlkampf-Direktor John Podesta auf CNN. Comey hatte sich über die Weisung von Justizministerin Loretta Lynch hinweggesetzt, vor den Wahlen nicht mit schwebenden Ermittlungen an die Öffentlichkeit zu gehen.

Im Schreiben an den Kongress teilte Comey nur mit, im Zuge von Ermittlungen gegen eine Drittperson seien E-Mails gefunden worden, die bei der Beurteilung der Handhabung geheimer Informationen durch Clinton eine Rolle spielen könnten. Ausdrücklich heisst es, das FBI könne nicht sagen, «ob das Material bedeutsam ist».

Beamte hatten bei Ermittlungen gegen den Ex-Kongressabgeordneten Anthony Weiner einen Rechner sichergestellt, auf den auch Clinton-Assistentin Huma Abedin Zugriff hatte. Diese war mit Weiner verheiratet, lebt nun aber in Trennung von ihrem Mann, gegen den wegen Sexualdelikten ermittelt wird.

In einem Memorandum an FBI-Mitarbeiter räumte Comey ein, der Brief an den Kongress sei ungewöhnlich. Er habe sich vor den Wahlen aber nicht dem Vorwurf aussetzen wollen, «etwas zu verschweigen».

Clinton äusserte sich empört über das aus ihrer Sicht «merkwürdige Vorgehen» Comeys. An einer Kundgebung in Daytona Beach in Florida forderte sie den FBI-Direktor auf, Details zu präsentieren. Wahlkampfmanager Robby Mook versuchte, der Situation etwas Positives abzugewinnen. In den Sonntags-Talkshows erklärte er, der Wahlsieg Clintons sei nicht in Gefahr. Clintons Chance, die Präsidentschaftswahl zu gewinnen, sah die «New York Times» gestern bei 91 Prozent.

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