Heftiger Widerstand

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Venezuela In Venezuela löst der Vorstoss des linksnationalistischen Staatschefs Nicolás Maduro für eine neue Verfassung ohne Beteiligung des Parlaments heftigen Widerstand aus. Die konservative und rechtsgerichtete Opposition, die das Parlament beherrscht, sprach von einem «Staatsstreich» und will weiter landesweit protestieren. Maduro kündigte bei einer Versammlung zum Tag der Arbeit am Montag im Zentrum der Hauptstadt Caracas vor Tausenden Anhängern an, er werde kraft seines Amtes als Präsident eine 500-köpfige verfassunggebende Versammlung einberufen. Maduro sprach von einer «verfassunggebenden Versammlung des Volks».

In Wahrheit wolle Maduro «die Verfassung töten», erklärte der führende Oppositionspolitiker Henrique Capriles in einer ersten Reaktion. Die Initiative des Präsidenten sei «Betrug». Capriles rief seine Anhänger auf, «diesem Irrsinn nicht zu gehorchen». Die Opposition, die bei der Parlamentswahl im Dezember 2015 die Mehrheit errang, hatte bereits im März die Entmachtung des Parlaments durch das Oberste Gericht als «Verfassungsbruch» und «Staatsstreich» gebrandmarkt. (sda)