Nahost-Konflikt

Hamas-Regierung gibt nach und akzeptiert Treibstoff aus Israel

Angesichts der schweren Energiekrise im Gazastreifen hat die dort herrschende radikal-islamische Hamas nachgegeben und die Lieferung von Treibstoff aus Israel erlaubt. Über den Grenzpunkt Kerem Schalom kamen am Freitag 450'000 Liter Diesel in den Gazastreifen.

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Knappes Gut: Menschen im Gazastreifen stehen für Benzin an (Archiv)

Knappes Gut: Menschen im Gazastreifen stehen für Benzin an (Archiv)

Keystone

Dies teilten Vertreter der Hamas-Regierung mit. Bisher hatte sich die Hamas geweigert, Treibstoff aus Israel zu beziehen, da sie den Verlust hoher Einnahmen aus der Besteuerung geschmuggelten Treibstoffs aus Ägypten befürchtete.

Auf dem Spiel stand auch ihre kompromisslose Haltung gegenüber Israel, dessen Existenz die Hamas nicht akzeptiert. Allerdings waren die 1,8 Millionen palästinensischen Bewohner des Gazastreifens angesichts horrender Preise für Schwarzmarkt-Benzin und wegen langer Stromsperren immer unzufriedener mit der seit 2007 regierenden Hamas geworden.

Hamas-Vertreter hatten deshalb versucht, die Schuld an der Misere Israel und der rivalisierenden Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland anzulasten. Sie warfen Israelis und den Fatah-Palästinensern vor, unter einer Decke zu stecken und den Umsturz der Hamas-Regierung zu betreiben.

Die Menschen im Gazastreifen machten jedoch Hamas für die Krise verantwortlich, berichteten Beobachter im Gazastreifen.