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«Haben Sie vergessen, was Sie gerade gesagt haben?»: US-Demokraten spielen «Alle gegen Joe»

Der Favorit unter den demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbern, Ex-Vizepräsident Joe Biden, hat sich beim dritten TV-Duell gegen heftige Angriffe seiner parteiinternen Mitbewerber zur Wehr setzen müssen. Ein Überblick über den Schlagabtausch in Houston.
Joe Biden (rechts) war unter Dauerbeschuss seiner parteiinternen Mitbewerber – hier etwa Bernie Sanders. (Bild: Keystone)

Joe Biden (rechts) war unter Dauerbeschuss seiner parteiinternen Mitbewerber – hier etwa Bernie Sanders. (Bild: Keystone)

Um was geht es?

(watson.ch/mlu/sda/dpa/ap/afp) Es war eine Premiere: In Houston trafen erstmals alle aussichtsreichen Präsidentschaftsanwärter der Demokraten direkt aufeinander. Teilnehmen durfte nur, wer in Umfragen und beim Spendenaufkommen bestimmte Mindestwerte vorweisen konnte.

Was prägte die Debatte?

Unter Beschuss: Joe Biden (links). Rechts Elizabeth Warren, Senatorin aus Massachusetts. (Bild: AP)

Unter Beschuss: Joe Biden (links). Rechts Elizabeth Warren, Senatorin aus Massachusetts. (Bild: AP)

Nun, Ex-Vizepräsident Joe Biden war erneut unter Dauerbeschuss seiner parteiinternen Mitbewerber. Er musste sich gegen heftige Angriffe zur Wehr setzen. Biden gilt als der Favorit unter den demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbern. Einen Schlagabtausch gab es etwa zur Gesundheits- und zur Migrationspolitik.

Wer ging besonders hart vor?

Der frühere US-Wohnungsbauminister Julian Castro zeigte keine Hemmungen. Er ging Biden mehrfach scharf an. Beim Thema Gesundheitspolitik warf Castro Biden vor, er habe seine Position bei einem Detail innerhalb von zwei Minuten komplett geändert. Und dann kam der Tiefschlag: Castro fragte Biden, ob er etwa vergessen habe, was er zwei Minuten zuvor gesagt habe – was als Seitenhieb auf Bidens Alter zu verstehen war. Biden gehört mit 76 Jahren zu den ältesten Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten.

Und Obama?

Der Ex-Präsident ist immer präsent, wenn es um Joe Bidens politisches Wirken geht. Auf die Frage, ob er Massenabschiebungen in der Amtszeit des damaligen Präsidenten Barack Obama im Nachhinein für einen Fehler halte, sagte Biden, er sei Vize-Präsident und nicht Präsident gewesen. Castro warf seinem Parteikollegen daraufhin vor, er könne sich nicht einerseits für die Obama-Jahre rühmen und andererseits bei unbequemen Themen von damals wegducken. Mit dieser Kritik war Biden bereits bei der zweiten Runde der TV-Debatten in Detroit Ende Juli konfrontiert worden.

Im Vorfeld war viel von Warren und Sanders die Rede …

Ja, die beiden werden neben Biden als aussichtsreiche Bewerber gehandelt. Die Debatte zeigte denn auch die fundamentalen Unterschiede zwischen dem gemässigten Favoriten Biden und den progressiven linken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren.

Für Biden und Warren war es die erste Konfrontation auf der Fernsehbühne. Während Biden in den vergangenen Wochen bei öffentlichen Auftritten geschwächelt und mit einigen Versprechern und Unsicherheiten Schlagzeilen gemacht hatte, wurde Warren zuletzt in Umfragen zusehends stärker und rückte immer näher an ihn heran.

Wie präsentierte sich Warren?

Mit Spannung war erwartet worden, ob Warren ihr erstes grosses Aufeinandertreffen mit Biden für direkte Attacken nutzen würde. Die 70-Jährige verzichtete darauf jedoch und versuchte vor allem, die inhaltlichen Unterschiede zu Biden herauszustellen – unter anderem in der Gesundheitspolitik.

Warren und Sanders verteidigten leidenschaftlich das Konzept von «Medicare for All», also einem Ausbau der staatlichen Krankenversicherung für alle. Hier war Biden jedoch selbst angriffslustig und warf den beiden unter anderem vor, ihre Pläne würden die Regierung bankrott machen und die Steuern auf die gewöhnlichen Amerikaner erhöhen.

Waren sich die Kandidaten denn überhaupt irgendwo einig?

Natürlich: in ihrer Kritik an Präsident Donald Trump. «Wir haben enorme, enorme Möglichkeiten, sobald wir Trump loswerden», sagte etwa Biden zum Thema Klimaschutz zu Beginn des Abends. In die Kritik geriet Trump vor allem für den Handelskrieg mit China und für seine Asylpolitik. Kamala Harris verglich Trump gar mit dem Mann hinter dem Vorhang bei «Wizard of Oz» – und kassierte dafür einige Lacher:

Sonst noch was?

Während einer Antwort von Joe Biden stürmten Protestierende die Bühne. Die Demonstranten schrien: «Wir sind DACA-Empfänger. Unser Leben ist in Gefahr.» Das DACA-Programm schützt jugendliche Migranten für gewisse Zeit vor einer Abschiebung.

Und Trump?

Rechnet mit einem Duell gegen Joe Biden: Donald Trump. (Bild: AP)

Rechnet mit einem Duell gegen Joe Biden: Donald Trump. (Bild: AP)

Der hatte sich vor der TV-Debatte mit einer Prognose eingeschaltet. Er rechne damit, dass er 2020 gegen Ex-Vizepräsident Joe Biden, Senatorin Elizabeth Warren oder Senator Bernie Sanders antritt. «Es wird einer (eine) von diesen dreien werden», orakelte Trump auf Twitter.

Konkret vertrat er die Einschätzung, dass sich voraussichtlich Biden durchsetzen werde. Voraussetzung sei allerdings, dass der Ex-Vizepräsident «keine grösseren Fehler macht».

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