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Grossbritannien: EU-Befürworter legen wieder zu

LONDON. Nach der Gedenkpause für die ermordete EU-Befürworterin und Abgeordnete Cox geht der Brexit-Abstimmungskampf in die letzte Runde. Wenige Tage vor der Abstimmung über Grossbritanniens EU-Mitgliedschaft deuten jüngste Umfragen auf einen Umschwung hin.

LONDON. Nach der Gedenkpause für die ermordete EU-Befürworterin und Abgeordnete Cox geht der Brexit-Abstimmungskampf in die letzte Runde. Wenige Tage vor der Abstimmung über Grossbritanniens EU-Mitgliedschaft deuten jüngste Umfragen auf einen Umschwung hin. Lag bis Mitte letzter Woche das Brexit-Lager mit teilweise komfortablem Abstand vorn, meldeten drei Meinungsforscher am Wochenende den Gleichstand oder ganz leichten Vorsprung für den Verbleib. Die Firma Yougov machte dafür neben neuerlichen Sorgen um die britische Wirtschaft auch den Mord an der Labour-Abgeordneten Jo Cox verantwortlich.

Cameron warnt vor Abschwung

Premierminister David Cameron warnte in Medieninterviews vor einem Abschwung und einer permanenten Verkleinerung des Landes. Brexit sei ein irreversibler Schritt mit schlimmen Konsequenzen. Auch gestern gedachten die Briten zu Tausenden ihres neuesten Terroropfers. Cox war in der nordenglischen Kleinstadt Birstall auf dem Weg zur Bürgersprechstunde, als ein Mann die zierliche Frau mit mehreren Schüssen niederstreckte und anschliessend mit einem Jagdmesser auf die wehrlos am Boden Liegende einstach und rief: «Tod den Verrätern, Freiheit für Grossbritannien.» Heute wird er dem Haftrichter vorgeführt. Die Kripo Leeds hat für die weiteren Ermittlungen die Londoner Anti-Terror-Polizei hinzugezogen. Die Abstimmungskampagne war nach der Bluttat für drei Tage unterbrochen worden, was dem Brexit-Lager den zuletzt spürbaren Schwung genommen haben könnte.

Während sich der linksliberale «Observer» für den EU-Verbleib aussprach, rieten die konservativen Medien «Sunday Times» sowie «Spectator» ihrer Leserschaft zum Austritt. Die Tageszeitung «Times» scherte aus dem Konsens der anderen Blätter des Medienzaren Rupert Murdoch aus und plädierte für die Mitgliedschaft. Leidenschaftlich äusserte sich das Wirtschaftsmagazin «Economist»: Zwar sei die EU ein mangelhafter Club, manchmal zum Verrücktwerden, doch der Brexit würde Europa schwächen und Britannien ärmer und kleiner machen.

Witwer soll Kandidat werden

Heute kommt das Unterhaus zu einer Sondersitzung zusammen, um seines ermordeten Mitglieds zu gedenken. Innerhalb der Labour-Party wollen einige den Witwer von Jo Cox, den Entwicklungsexperten Brendan Cox, zu einer Kandidatur für den verwaisten Sitz ermutigen. (bo)

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