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Kommentar

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Mit hasserfüllten Kommentaren zielen die Leser auf die Klimaaktivistin Greta-Thunberg. Warum tun sie das?
Raffael Schuppisser
Raffael Schuppisser

Raffael Schuppisser

«Ich will, dass ihr in Panik ausbrecht!» Greta Thunberg fand drastische Worte, als sie Anfang Jahr den Managern am World Economic Forum in Davos ins Gewissen redete. Seither ist die 16-jährige Klimaaktivistin omnipräsent in den Medien. Doch statt wegen der Klimaerwärmung in Panik zu geraten, brechen die Menschen wegen Greta in Wut aus. Jeder Artikel, der auf einem Online-Medium zu Greta aufgeschaltet wird, zieht ein Schweif an hasserfüllten Kommentaren nach sich.

Es ist wie mit einem Sommerhit: Zuerst gefällt einem der neue Song und man summt gerne mit. Bald einmal, kann man die penetrante Melodie aber nicht mehr hören. Diesen Status haben die Auftritte Gretas erreicht. Ihre Botschaften wiederholen sich scheinbar endlos, wie die Tonfolgen eines Ohrwurms. Irgendwann nervt das gewaltig.

Jetzt wären doch allmählich Lösungen gefragt, statt immer bloss den Missstand zu kritisieren. Mit Recht fühlt sich die 16-Jährige dafür aber nicht zuständig. Es wäre an den Erwachsenen und insbesondere an den Politikern, zu handeln. Doch solange die sich nicht bewegen, bleibt Greta nichts anders übrig, als am Leierkasten zu drehen.

Damit ist sie zur Spassbremse geworden. Sobald man das Leben ein bisschen geniesst, liegt sie einem in den Ohren: Kein Fleisch, keine Flugreisen, kein Auto. Das nervt umso mehr, weil man ja weiss, dass sie damit eigentlich recht hat. Statt diese Botschaft ernst zunehmen und in Panik zu geraten, reagieren die Menschen eben mit Wut auf die Botin.

Das ist nicht schön. Allerdings ist Panik eine ebenso unbesonnene Reaktion wie Wut. Im Kampf um die Klimaproblematik hilft am Ende nur Vernunft.

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