Gibt es in Belgien bald Neuwahlen?

brüssel. Kein Ende der nun schon über ein Jahr dauernden Regierungskrise in Belgien: Die nationalistische flämische Partei N-VA hat einen Vorschlag für die Wiederaufnahme von Koalitionsverhandlungen abgelehnt.

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brüssel. Kein Ende der nun schon über ein Jahr dauernden Regierungskrise in Belgien: Die nationalistische flämische Partei N-VA hat einen Vorschlag für die Wiederaufnahme von Koalitionsverhandlungen abgelehnt. Die flämische Zeitung «De Morgen» fasste auf der Titelseite die Situation mit einem einzigen Seufzer zusammen: «Pfffffff . . .»

Das Nein des flämischen Nationalistenführers Bart de Wever zum jüngsten Vorschlag des wallonischen Sozialistenchefs Elio Di Rupo für eine umfassende Staatsreform wirkte wie ein K. o.-Schlag. Die Medien begruben gestern jede Hoffnung auf eine rasche Regierungsbildung und verwiesen darauf, dass wohl nur noch Neuwahlen bleiben. Jedoch lehnte König Albert II. vorerst ab, den von Di Rupo angebotenen Rücktritt als Regierungsbildner anzunehmen. Angesichts der schwierigen politischen Situation wünsche der König, dass jeder politisch Verantwortliches des Landes einige Tage nachdenke, um die Konsequenzen der politischen Lage abzuwägen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, teilte der Palast gestern mit. (mt)