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Gewalt in Somalia wegen zu hoher Lebenskosten

Somalia stürzt immer tiefer ins Chaos. Derzeit wird der Staat von täglichen Protesten und Gewalt wegen der explodierenden Nahrungsmittelpreise heimgesucht.
Frank Räther/Johannesburg

Der Bakara-Markt in Mogadiscio ist einer der gefährlichsten Plätze in Somalia. Immer wieder feuern Regierungssoldaten und äthiopische Besatzer mit Granatwerfern auf die Marktstände, weil dort angeblich Waffen gehandelt werden. Jetzt richtete sich der Zorn Tausender gegen die Händler, die 1000-Shilling-Scheine nicht annehmen, weil viele gefälscht seien. Dies und die rapide steigenden Lebensmittelpreise führen immer wieder zu Aufruhr.

Extreme Preiserhöhungen

Tausende Jugendliche zogen über den Markt und durch die Innenstadt, warfen mit Steinen, blockierten Strassen mit brennenden Reifen und verlangten eine Rücknahme der extremen Preiserhöhungen. Mehl und Reis kosten doppelt so viel wie noch zu Jahresbeginn, und der Wert des somalischen Shilling fiel vor allem dadurch. Der Wechselkurs stieg von 17 000 auf 30 000 pro US-Dollar. Für viele wird damit das tägliche Überleben unbezahlbar. Soldaten feuerten in die Menge und töteten mehrere Demonstranten. Zugleich verkündeten die Händler, die ihre Läden aus Angst vor Plünderungen geschlossen halten, sie nähmen doch wieder alle Geldscheine an. Die Regierung will zur Beruhigung der Lage demnächst eine Währungsreform durchführen.

Zivilisten wahllos getötet

Dennoch gärt es an allen Ecken des Landes, das seit dem Sturz von Diktator Siad Barre 1991 keine wirksame Zentralregierung mehr hat und in Einflussgebiete von rivalisierenden Stammesmilizen zerfallen ist. Die der machtlosen Übergangsregierung 2006 zu Hilfe geeilten äthiopischen Truppen schafften es nicht, die Situation zu stabilisieren. Sie sind in der Bevölkerung als ausländische Besatzer verhasst und werden auch von Amnesty International heftig kritisiert. Die Äthiopier töteten dort wahllos Zivilisten und vergewaltigten Frauen, berichtet Amnesty.

«Einem kleinen Kind wurde vor den Augen seiner Mutter die Kehle von äthiopischen Soldaten durchgeschnitten.» Und ein Mann sah, wie seine Nachbarn von Äthiopiern abgeschlachtet und einigen sogar die Hoden abgeschnitten wurden. Addis Abeba dementiert diese Berichte aber kategorisch.

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