George W. Bush verteidigt seine Präsidentschaft

US-Präsident George W. Bush hat in seiner übers Fernsehen übertragenen Abschiedsrede Fehler zugegeben, gleichzeitig aber betont, seit mehr als sieben Jahren habe es in den USA keinen Terroranschlag mehr gegeben.

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Washington. «Sie mögen nicht immer mit meinen harten Entscheidungen einverstanden gewesen sein», sagte Bush im Weissen Haus. «Aber ich hoffe, dass Sie zustimmen können, dass ich bereit war, harte Entscheidungen zu treffen. Es gibt eine legitime Debatte über diese Entscheidungen, aber es kann nicht viel Diskussion über die Ergebnisse geben. Die USA sind mehr als sieben Jahre ohne Terroranschlag geblieben.»

«Getan, was ich für richtig hielt»

Seine Ansprache dauerte nur eine knappe Viertelstunde. Schon nach wenigen Sätzen kam er auf den 11. September 2001 zu sprechen, der seine gesamte Präsidentschaft geprägt hat, der ihn auch immer wieder dazu führte zu sagen, er sei «ein Kriegspräsident». Die meisten Amerikaner hätten in den vergangenen Jahren wieder ein Leben wie vor 9/11 führen können. «Für mich galt das nie. Jeden Morgen wurde ich über Drohungen gegen unsere Nation unterrichtet. Und ich habe geschworen, alles zu tun, um unsere Sicherheit zu erhalten.»

Einiges würde er heute vielleicht anders machen – «doch ich habe immer nach den besten Interessen des Landes gehandelt. Ich bin meinem Gewissen gefolgt und habe getan, was ich für richtig hielt.»

Bush ging auf die Lage in Irak wie in Afghanistan ein. Afghanistan habe sich von einer Nation, in der die Taliban die Terrororganisation Al Qaida beherbergten und Frauen auf den Strassen gesteinigt wurden, zu einer jungen Demokratie gewandelt. Irak sei nicht mehr eine «brutale Diktatur» und «verschworener Feind der USA», sondern eine «arabische Demokratie im Herzen des Nahen Ostens und Freund der USA».

Was Bush nicht sagte

Bush verschwieg jedoch, dass die Taliban wieder erstarkt sind, und die USA 30 000 zusätzliche Soldaten entsenden mussten. Er verschwieg auch, dass die Gewalt in Irak nicht gebrochen ist und dass Sunniten und Schiiten im Zweistromland weiter miteinander verfeindet sind. (ap/dpa)

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