General versucht den Schaden zu begrenzen

Nach dem Blutbad von Kunduz kämpft US-General McChrystal um dem Ruf der ausländischen Truppen.

Drucken
Teilen

Kabul. Seit drei Monaten kommandiert US-General Stanley McChrystal die 103 000 ausländischen Soldaten, die in Afghanistan stationiert sind. Am Wochenende war der ehemalige Chef der nordamerikanischen Special Forces mit der Schadensbegrenzung beschäftigt. Mindestens 56, möglicherweise aber über 100 Menschen waren in dem Nato-Luftangriff in Nordafghanistan ums Leben gekommen.

Als erster ausländischer Kommandant der Internationalen Sicherheitstruppe ISAF seit dem Jahr 2001wandte sich McChrystal in einer Fernsehansprache direkt an die afghanische Bevölkerung. «Ich nehme den möglichen Verlust von Leben oder die Verletzung Unschuldiger sehr ernst», sagte der General in der Rede, die in die Landessprachen Dari und Paschtu übersetzt wurde.

Dann bestieg er ein Flugzeug und machte sich auf den Weg nach Kunduz, weil er ein eigenes Bild der Lage haben wollte. Während in Berlin der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung darauf bestand, dass jeder bei dem Luftangriff getötete Afghane ein Taliban-Terrorist gewesen sei, kam McChrystal nach dem Besuch des lokalen Spitals zum Schluss: «Es hat zumindest verletzte Zivilisten gegeben. (W.G.)

Aktuelle Nachrichten