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Gefeiert wie Michelle Obama

Zahra Rahnaward, die Gattin des Präsidentschaftskandidaten Mir Hussein Moussawi, mobilisiert Irans Frauen und die Jugend gegen den Amtsinhaber Mahmud Ahmadinejad.
Michael Wrase
Zahra Rahnaward, Ehefrau von Präsidentschaftskandidat Mir Hussein Moussawi, wird von der Opposition als Irans Michelle Obama gefeiert. (Bild: rtr/Morteza Nikoubazl)

Zahra Rahnaward, Ehefrau von Präsidentschaftskandidat Mir Hussein Moussawi, wird von der Opposition als Irans Michelle Obama gefeiert. (Bild: rtr/Morteza Nikoubazl)

Limassol. Die Stimmen der Jugend und der Frauen könnten die Präsidentschaftswahlen in Iran gegen den Amtsinhaber Mahmud Ahmadinejad entscheiden. Die Jugend war auch die Basis des Erfolgs des früheren Reformers Mohammad Chatami gewesen, der von 1997 bis 2005 regierte. Der 67jährige Oppositionskandidat und frühere Premier Mir Hussein Moussawi braucht eine ähnliche Stimmung. Und hierfür wird seine Frau immer wichtiger.

«Ich spreche für ihn»

Eigentlich sollte am Samstag vor einer Woche Mir Hussein Moussawi zu den 15 000 in der Teheraner «Azadi-Arena» sprechen. Doch der wichtigste Herausforderer von Präsident Ahmadinejad wurde aufgehalten. «Mein Mann ist noch in Isfahan», rief die Frau des linksliberalen Kandidaten den Massen zu. «Ich werde für ihn sprechen», verkündete Zahra Rahnaward.

Frenetischer Jubel brauste auf, als die resolute 64-Jährige mit politisch korrektem Kopftuch über die «Erniedrigungen der Frauen» unter Ahmadinejad sprach und sich für ihre Gleichberechtigung in Politik und Gesellschaft einsetzte.

Was die Sittenwächter des Präsidenten in den letzten Jahren den Frauen angetan hätten, sei «dreckig und widerlich» gewesen, schimpft Zahra Rahnaward und fordert die 15 000 auf, am 12. Juni für «meinen Mann, den Kandidaten Moussawi», zu stimmen.

«Normal und religiös zulässig»

Zwei Tage später sprach die Mutter dreier Töchter in Täbris, der aserbaidschanischen Heimat ihres Mannes. 25 000 Menschen feierten Zahra Rahnaward, die es als «völlig normal, natürlich, vernünftig und religiös zulässig» empfindet, wenn eine Frau ihren Mann im Wahlkampf unterstütze. Das würden andere Frauen schliesslich auch tun, sagte sie vor drei Wochen der Teheraner Wochenzeitung «Chelcheragh». Seither spricht man in der Islamischen Republik von der «iranischen Michelle Obama».

Zahra Rahnaward scheint diesen Vergleich zu geniessen. Auf ihrer Webseite weist sie stolz darauf hin, dass sie «die erste Frau seit der islamischen Revolution ist», die einen iranischen Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf unterstützt.

Kampf für Gedankenfreiheit

«Ihr Charisma könnte Mir Hussein Moussawi helfen, die Wahlen zu gewinnen», glaubt der Teheraner Philosophieprofessor Farsin Banki.

«Mit den richtigen Worten» gelinge es ihr, nicht nur die Frauen, sondern auch die Jugend Irans zu mobilisieren. Ihr verspricht Zahra Rahnaward: «Ich kämpfe dafür, dass die Freiheit der Rede und der Gedanken nicht mehr vergessen wird…»

Seit 40 Jahren ein Team

Zahra Rahnaward und Mir Hussein Moussawi sind seit 40 Jahren miteinander verheiratet.

Sie haben sich in einer Teheraner Kunstgalerie kennengelernt, in der Zahras Bilder und Skulpturen ausgestellt wurden. 1976 ging die promovierte Politikwissenschafterin für zwei Jahre in die USA, kehrte aber noch vor dem Sturz des Schahs in ihr Heimatland zurück.

Nach der Revolution wurde Zahra Rahnaward Rektorin der Universität al-Zahra, der einzigen Frauenuniversität in Iran. Ihr energisches Eintreten für die Rechte der Frauen missfiel Ahmadinejad. Er entliess Zahra Rahnaward, die heute an der Universität für bildende Künste lehrt.

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