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«Gefährliches Gedankengut»

US-Präsident Barack Obama geht mit Donald Trump hart ins Gericht. Sein möglicher Nachfolger hat mit seiner Reaktion auf das Massaker von Orlando Grundwerte in Frage gestellt.
Thomas Spang

WASHINGTON. So verärgert haben die Amerikaner ihren Präsidenten selten gesehen. «Wo hört das auf?», fragte Obama mit Blick auf Donald Trump, der nach dem schlimmsten Anschlag seit dem 11. September 2001 gegen eine ganze Religionsgruppe hetzt und dem Präsidenten vorhält, klammheimliche Sympathien für Terroristen zu haben. «Wenn wir in die Falle laufen, alle Moslems über einen Kamm zu scheren, und implizieren, wir seien im Krieg mit einer ganzen Religion, dann betreiben wir das Geschäft der Terroristen.»

Unterstellungen gegen Obama

Er lege mit seinen Äusserungen über Moslems «gefährliches Gedankengut» offen. «Werden wir sie anders behandeln? Werden wir damit anfangen, sie besonders zu überwachen? Werden wir anfangen, sie wegen ihres Glaubens zu diskriminieren?» Eine solche Haltung reflektiere «nicht unsere demokratischen Ideale», sondern helfe der Propaganda der Terroristen, die nichts lieber hätten als eine Frontstellung zwischen dem Westen und dem Islam. Die Führer der Republikanischen Partei müssten die Frage beantworten, ob sie mit dem einverstanden seien.

Trump wahrte nach dem Blutbad von Orlando nicht mal eine Anstandsfrist, die Tragödie politisch auszubeuten. Er schürte am Montag in einer Rede Ängste und peitschte in Interviews die Stimmung im Land auf. Der Präsidentschaftskandidat weitete die Forderung nach einem Einreiseverbot für Moslems aus zu einem Bann gegen Personen, die aus Ländern mit terroristischen Aktivitäten kommen. Er behauptete, es gebe in den USA «Tausende Schützen» wie Omar Mateen, die «krank vor Hass» seien. Er wies der moslemischen Minderheit im Land Mitwisserschaft und eine Kollektivschuld zu.

Trump ging einen Schritt weiter, als er auf FOX dem Präsidenten unterstellte, «irgendwas in seinem Hinterkopf zu haben. Etwas geht hier vor sich. Das ist unfassbar.»

Kritik aus der eigenen Partei

Unfassbar finden auch Parteifreunde die Ausfälle von Trumps, der gerade erst mit plumpen rassistischen Tiraden gegen einen respektierten Bundesrichter irritierte. Der republikanische Kongress-Vorsitzende, «Speaker» Paul Ryan, distanzierte sich erneut vom Bannerträger seiner Partei. «Ich denke nicht, dass ein Moslem-Bann im Interesse unseres Landes ist», sagte der ranghöchste Republikaner, der seine frühere Unterstützungserklärung inzwischen bedauert. Das geht auch dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Senat so, Bob Corker. Er findet das Verhalten Trumps «sehr enttäuschend». Und Parteikollege Lindsey Graham sagt, Trump habe «weder das Urteilsvermögen noch das Temperament» für das Präsidentenamt. Seine Ausfälle gegen Obama seien «im höchsten Masse beleidigend».

In einem leidenschaftlichen Kommentar rechnet die «Washington Post» mit Trump ab, deren Reporter dieser wegen ihrer kritischen Berichterstattung von seinen Veranstaltungen ausschloss. Nach dem Auftreten der letzten Tage möge man sich nur einmal vorstellen, was Trump «mit der Macht des Präsidentenamtes» anstellte. «Dieser Mann ist unfähig, zu führen.»

Zweite Frau im FBI-Fokus

Die FBI-Ermittlungen zum Blutbad in Orlando konzentrieren sich unter anderen auf die zweite Frau des Attentäters. Noor Zahi Salman hat zugegeben, von den Plänen gewusst zu haben. Laut Bundespolizei kooperiert sie mit den Ermittlern. Sie sagt, sie habe versucht, ihrem Mann den Anschlag auszureden.

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