Gabriel: «Auseinandersetzungen dürfen nicht importiert werden»

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Deutschland Wahlkampfauftritte tür­kischer Politiker sorgten zuletzt in Deutschland für diplomatische Spannungen. Auftritte türkischer Politiker in Baden-Württemberg und Hamburg wurden von den zuständigen Kommunen verhindert, der türkische Präsident Erdogan warf der deutschen Politik darauf hin «Nazi-Praktiken» vor, was in Berlin zu empörten Reaktionen führte. Gestern traf sich der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu mit SPD-Aussenminister Sigmar Gabriel in Berlin. Gabriel, der nach der Unterredung alleine vor die Presse trat, sagte, er habe seinem türkischen Gesprächspartner deutlich gemacht, dass sich Vergleiche mit der Nazi-Zeit in Deutschland verbieten würden. Er rief zur Beilegung des Konflikts auf. «Was immer wir an politischen Differenzen haben, wir dürfen es nicht zulassen, dass politische Auseinandersetzungen aus der Türkei nach Deutschland importiert werden.» Cavusoglu äusserte sich später am Rande der Internationalen Tourismus-Messe in Berlin. Die Unterredung wird von beiden Seiten als friedlich und konstruktiv bezeichnet. «Wir müssen die feindliche Haltung beenden», zeigte sich der türkische Aussenminister gemässigt. Hinter der deutschen Kritik an der Türkei vermutet Cavusoglu hingegen anti­islamische Gefühle.

Erdogan plant Auftritt in Europa

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan plant nach eigenen Angaben einen baldigen Auftritt in Europa – noch bevor Mitte April über das umstrittene Präsidialsystem abgestimmt wird. Details nannte er in einem gestern Abend live ausgestrahlten Interview im staatlichen Sender TRT nicht. (crb, red)