G7 – kein Rückschritt wäre ein Erfolg

Zur Sache

Dominik Straub
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Man kann mit Donald Trump in (fast) allen Fragen uneinig sein – in einem Punkt ist seine Haltung nachvollziehbar: Der US-Präsident hält nicht sehr viel vom Treffen der angeblich sieben grössten Industrienationen, an dem zwei der drei mächtigsten Länder fehlen. China, die inzwischen grösste Volkswirtschaft der Welt, ist schon gar nie in den erlauchten Klub aufgenommen worden. Und Russland, das früher Mitglied der G8 war, wurde 2014 nach der Annexion der Krim wieder rausgeworfen. Sehr viel wichtiger als der G7- wird deshalb der G20-Gipfel im Juli in Hamburg sein.

Sicher. Es wäre auch ohne China und Russland kein Schaden, wenn die USA, Japan, Deutschland, Kanada, Grossbritannien, Frankreich und Italien in so wichtigen Themen wie Entwicklung, Sicherheit, Migration, Handel und Klimaschutz in einer Sprache sprächen. Das taten sie aber schon äusserst selten, bevor Trump in den USA zum Präsidenten gewählt wurde. Mit dem in den meisten der angesprochenen Bereiche ahnungslosen Immobilien-Tycoon wird eine gemeinsame Haltung zum Vornherein illusorisch.

Entsprechend bescheiden sind denn auch die Erwartungen an das diesjährige Treffen: Der G7 von Taormina würde schon als Erfolg gewertet, wenn es keine Rückschritte gegenüber dem letzten Treffen in Japan gäbe. Neben dem gegenseitigen Beschnuppern besteht das Ziel von den sechs Gipfel-Teilnehmern vorwiegend darin, den siebenten – Trump – zumindest teilweise einzubinden und von der Qualität ihrer Argumente zu überzeugen. Seite 9

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